Pechgraben im Glasfaser-Glück

Abgelegene Ortschaft in der Gemeinde Großraming ist jetzt Modellregion

Landschaftliche Schönheit kann nicht alles aufwiegen — schon gar nicht einen fehlenden Anschluss an schnelles Internet. Das wissen die Bewohner der Ortschaft Pechgraben in der Gemeinde Großraming (Bez. Steyr-Land) nur zu gut, ein altes Telefonnetz und ein schlechtes Funknetz ließ sie von der Welt noch ein Stück weiter abrücken, als es der Pechgraben schon ist.

Jetzt ist alles anders: Die letzten drei Häuser wurden an das lichtschnelle Glasfasernetz der Energie AG angeschlossen, insgesamt sind 71 der 74 Haushalte auf das Glasfaser-Internet umgestiegen. Werner Steinecker, Generaldirektor der Energie AG, gerät geradezu ins Schwärmen: „Das Glasfasernetz im Pechgraben ist ein Musterbeispiel dafür, wie man gemeinsam Großes erreichen kann“ sagt er und lobt das „gute Zusammenspiel aller Beteiligten“.

Wie unzulänglich bisher die Infrastruktur im Pechgraben war, schildert Bürgermeister Leopold Bürscher drastisch: Erst kürzlich hätten die Bewohner fast ein Monat auf ihre Mobiltelefone verzichten müssen, wie die Reparatur des einzigen Sendemastes, mit dem das Tal abgedeckt wird, so lange gedauert habe.

Den Bewohnern des Pechgrabens ist der Geduldsfaden schon Mitte 2017 gerissen, seither liefen die Bemühungen um eine zeitgemäße Infrastruktur. Energie AG und Gemeinde konnten gemeinsam die notwendigen Fördermittel lukrieren, für die entsprechend hohe Anschlussrate, um das Projekt auch wirtschaftlich umzusetzen, sorgten die Bewohner des Pechgrabens. Das Ganze hat Vorbildwirkung: Bürscher will mit seinen Bürgern und der Energie AG jetzt auch die Grenzregion zwischen der Gemeinde Großraming und Maria Neustift ans Glasfasernetz anschließen.

Die Pechgrabner profitieren von der Zukunftstechnologie bereits — der eine oder andere erspart sich via Telearbeit das Pendeln.

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