Personalengpass am Landesgericht

Kanzleimitarbeiter am Limit — „Sparziele überdenken!“

LINZ — Das Linzer Landesgericht leidet unter den von der Regierung vorgegebenen Sparzielen in der Verwaltung: Es fehlt rund ein Viertel der nötigen Mitarbeiter. „Von 25,02 Vollzeitkräften im Kanzleibereich sind nur mehr 18,9 besetzt“, schilderte Präsident Andre Starlinger in einer Pressekonferenz. Die Situation sei äußerst ernst: Das Personal arbeite am Limit, es gäbe keine Reserven mehr, so Starlinger, der nur eine Lösung sieht: Die Sparziele müssten geändert werden. Dass der Betrieb überhaupt noch funktionieren würde, läge am Engagement der Mitarbeiter. Langfristig sei dies aber kaum aufrecht zu erhalten. Dazu kommt, dass es auch bei Neuaufnahmen schwierig sei, geeignete Bewerber zu finden. Man könne nur schwer mit der Wirtschaft konkurrieren und auch nicht — wie dort üblich — „Zuckerln“ bieten.

Ob der elektronische Akt, der bis zum Jahr 2022 an allen Gerichten Realität werden soll, das fehlende Personal kompensieren könne, sei höchst fraglich, zumal sich dadurch auch neue Aufgaben ergeben würden. Im Vergleich zu vor 30 Jahren sei ein Drittel bis die Hälfte des nicht-richterlichen Personals weggefallen, so Starlinger.

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