Peter Rosegger: Die Sennerin und ihre Freunde (Audiamo)

Eigentlich kennt man Peter Rosegger nur als „Walbauernbub“, aber der steirische Volksautor hat einen Haufen Geschichten geschrieben – hatte er doch eine eigene Monatszeitschrift: „Roseggers Heimgarten, Zeitschrift für das deutsche Haus“. In dieser ist 1884 die Erzählung „Die Sennerin und ihre Freunde. Eine Hochlandsgeschichte“ erschienen. Diese Geschichte hat nun David Miesmer auf CD gelesen. Der Bauernsohn Egyd besucht ein paar Tage, bevor er einrücken muss, die Sennerin Marthel auf der Hochalm. Der junge Bursch hilft ihr beim Mähen, die beiden kommen sich im Schweiße des Angesichts näher – und natürlich gebe es auch auf der Alm a Sünd. Aber der „Einseitige“, ein buckeliger alter Mann, der sich als Geschichtenerzähler über Wasser hält und zudem der Taufpate von Marthel ist, schafft es mit einem Trick, dass die „Jungfräulichkeit“ der Sennerin gewahrt wird. Deswegen gibt es auch ein Happy End: Der junge Soldat kehrt heil aus dem Krieg heim und heiratet die Sennerin. Der gebürtige Steirer Meismer, bekannt aus den „CopStories“, hält sich an die Originalfassung, bisweilen wirkt es ein bisschen affektiert, wie er den geschriebenen Dialekt aus dem 19. Jahrhundert interpretiert. Vermutlich ist es trotzdem die angenehmere Möglichkeit, denn 73 Minuten lauschen ist weniger anstrengend, als sich lesend durch die Geschichte zu beißen.

hs