Peter Rosei: Das Märchen vom Glück

Im Juni feiert der österreichische Autor Peter Rosei seinen 75. Geburtstag. Viel zu feiern gibt es in seinem neuen Roman allerdings nicht, obwohl er „Das Märchen vom Glück“ heißt.

Denn Glück ist ein flüchtiges Gut und meist nur momentweise zu haben. „Und hat das Glück auch nur kurz gedauert, war es doch Glück. Warum kann es nicht anhalten? Weshalb gibt es nur so wenig Glück auf der Welt?“

Diese Fragen stellt sich Eva, die aus der Brünner Vorstadt als Kellnerin nach Wien gekommen ist und hier ebenso ihr Glück sucht wie die beiden Ungarn András und Lajos oder die aus einem steirischen Dorf stammende Altenpflegerin Lena.

Nicht nur bei ihrem ersten Kennenlernen im Prater fühlt sich der Leser mitunter wie in einer modernen Version eines Horváth- oder Molnár-Stücks. Wie diese schildert Rosei das Milieu der Zugereisten, der Arbeitsmigranten, der einfachen Leute und ihren Kampf um sozialen Aufstieg und private Geborgenheit.

Jackpot gibt es in diesem „Märchen vom Glück“ keinen, auch wenn Eva an der Seite des adeligen Hausbesitzers Toni vorübergehend einen märchenhaften sozialen Aufstieg erlebt. Dafür schaut der Tod regelmäßig vorbei. Am Ende gibt es eine leise Ahnung davon, dass Glück nicht gänzlich unmöglich ist. Vorausgesetzt, man erkennt es.

Peter Rosei: „Das Märchen vom Glück“, Residenz Verlag, 176 Seiten, 20 Euro

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