Pflege auf die Pension anrechnen

Gemeindebund-Chef Riedl: Betroffen so lange wie möglich zuhause betreuen

Gemeindebund-Präsident Alfred Riedl spricht sich für eine Anrechnung der Pflegeleistungen auf die Pension ähnlich wie bei den Kindererziehungszeiten aus.

Pflege in der Familie sei volkswirtschaftlich eine große Leistung. Für das Alter werden in Österreich 46 Mrd. Euro aufgewendet, für die Bildung seien es 18 Mrd. Euro, erklärte Riedl. „Keiner weiß aber so wirklich, was die Pflege in Summe volkswirtschaftlich ausmacht“, gab der Gemeindebund-Präsident zu bedenken.

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In 30 Jahren steige der Anteil der Über-65-Jährigen von 18 auf 30 Prozent, gleichzeitig nehme die Zahl der Erwerbstätigen ab: „Die Schere geht noch weiter auseinander“, will Riedl das Bewusstsein für die Thematik Pflege schärfen.

Die Abschaffung des Pflegeregresses sei richtig gewesen, es sei aber der zweite vor dem ersten Schritt gesetzt worden. „Die teuerste Einrichtung (Pflege im Heim, Anm.) wurde zum billigsten Angebot gemacht“, gab Riedl zu bedenken und wünscht sich viel eher eine gesellschaftlich breite Debatte darüber, was unternommen werden kann, damit Betroffene so lange wie möglich zuhause betreut werden können.

Der Gemeindebund-Präsident tritt etwa dafür ein, dass die Zeit für die Pflege von Angehörigen ab Pflegestufe 4 für die Pension angerechnet wird. Für jene, die bereits in Pension sind, könnte es eine Anpassung geben. „Diese Diskussion würde ich gerne führen und ich hoffe, das es nicht so lange dauert wie bei den Kinderbetreuungszeiten.“ Diskutieren will er auch über die Teilbarkeit der 24-Stunden-Pflege.