Pflege-Dokumentation wird digital erleichtert

Ab Herbst soll Programm für Heime ausgerollt werden

Pflege

Vor fünf Jahren hat die Arbeiterkammer OÖ erhoben, dass bis zu 30 Prozent der Arbeitszeit in der Pflege für Dokumentation aufgehen. Gemeinsam haben Land OÖ und AK 2019 ein Pilotprojekt gestartet.

Mit Pflegekräften aus elf Altenheimen unterschiedlicher Trägerschaft (Sozialhilfeverbände, konfessionelle Träger, Städte, Gemeinden) wurde eine einheitliche, vereinfachte und damit effizientere Pflegedokumentation erarbeitet. In den kommenden Monaten soll die Programmierung abgeschlossen werden.

„Mit dem erfolgreichen Abschluss der Pilotphase kann ab Herbst die Ausrollung in allen Alten- und Pflegeheimen erfolgen. Benutzerfreundlicher, praktikabler und effizienter in der Anwendung kann die digitalisierte Dokumentation dazu beitragen, den Arbeitsdruck zu verringern“, so die zuständige Soziallandesrätin Birgit Gerstorfer (SPÖ).

Die Kosten belaufen sich auf rund 179.500 Euro und werden je zur Hälfte durch den AK-Zukunftsfonds und dem Land getragen.

„Menschen pflegen und nicht die Aktenordner“

Für OÖVP-Sozialsprecher LAbg. Wolfgang Hattmannsdorfer ist das der nächste Schritt in der Umsetzung der von der OÖVP bereits im Herbst 2018 aufgezeigten Möglichkeiten für eine Entlastung des Pflegepersonals.

„Es freut mich, dass im Sinne des Personals, der Pflegebedürftigen und der Zukunft der Pflege insgesamt auch diese unsere Vorschläge aufgegriffen werden sol“, erneuert der OÖVP-Landesgeschäftsführer sein Motto hinsichtlich eines Bürokratieabbaus im Pflegesystem: „Wir müssen die Rahmenbedingungen so gestalten, dass das Pflegepersonal die Menschen pflegen kann und nicht die Akten pflegen muss.“ Und er fordert weitere Innovationen im Sinne eines Alterns in Würde.

Dabei verweist Hattmannsdorfer insbesondere auf den von der OÖVP geforderten und seit Jahresbeginn mit insgesamt 400.000 Euro zur Verfügung stehenden Fördertopf des Landes OÖ, um z. B. die Entwicklung digitaler Pflegetechnologien unterstützen zu können.

Denn „angesichts des hohen Zusatzbedarfs an Personal für den Pflegesektor müssen wir alles unternehmen, um das Personal von unnötiger Bürokratie zu entlasten sowie das berufliche Umfeld und die Arbeitsbedingungen laufend zu verbessern“.

Übrigens fordert nun die Ärztekammer OÖ einen Digitalisierungs-Turbo für Spitäler. Auch dort müsse die Art und Weise der Dokumentation hinterfragt werden.

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