Pflegekräfte auch aus dem Ausland holen

Hattmannsdorfer schlägt 3-Stufen-Suchprogramm vor

Der demografische Wandel gehört zu den zentralen Zukunftsfragen. Die Zahl der Pflegebedürftigen wird landesweit von derzeit rund 80.000 auf rund 126.000 im Jahr 2040 steigen. Alleine in der Altenbetreuung werden laut Prognosen in Oberösterreich bis 2025 insgesamt rund 1600 zusätzliche Vollzeitkräfte in der Pflege benötigt. „Wir werden in Zukunft jede helfende Hand in der Pflege brauchen. Daher werden wir zur Absicherung der Pflege auch neue Wege gehen und die Maßnahmen ausweiten müssen“, betont OÖVP-Sozialsprecher LAbg. Wolfgang Hattmannsdorfer.

Neben Maßnahmen wie der Schließung der Ausbildungslücke zwischen der Beendigung der Schulpflicht (15. Lebensjahr) und dem 17. Lebensjahr (Stichwort Pflegelehre), soll ein Teil der fehlenden Pflegekräfte aus dem Ausland rekrutiert werden. Hattmannsdorfer schlägt konkret ein Drei-Stufen-Suchprogramm vor: Zunächst sollte innerhalb der EU (etwa in Südspanien) gesucht werden. Als zweite Stufe käme der innereuropäische Bereich beispielsweise mit den Balkanländern in Betracht. „Da es aber mittlerweile in ganz Europa immer weniger Pflegekräfte gibt, müssen wir auch darüber nachdenken, Fachkräfte aus Asien anzuwerben“, schlägt Hattmannsdorfer vor. In Betracht kämen hier zum Beispiel Länder wie die Philippinen oder Vietnam.

„Wichtig ist, dass die Bewerber gut ausgebildet sind, die deutsche Sprache beherrschen und mit unserer Kultur vertraut sind. Letzteres wäre u. a. bei den Philippinen, wo etwa 90 Prozent der Bevölkerung Christen sind, der Fall.“ Die Ausbildung auf den Philippinen dauert acht Semester, ist gesetzlich geregelt (mit Staatsexamen) und sei durchaus mit der Ausbildung in Österreich vergleichbar, so Hattmannsdorfer. In Deutschland gebe es bereits Initiativen, diese Fachkräfte ins Land zu holen.

Konkrete Schritte gefordert

Für Hattmannsdorfer braucht es jetzt ganz konkrete Schritte. Erstens brauche die Rot-Weiß-Rot-Karte ein Facelifting samt Weiterentwicklung. So müssen die Pflegeberufe in die verordnete offizielle Mangelberufsliste aufgenommen werden. Zweitens müssen die Nostrifizierungsverfahren zur Anerkennung ausländischer Pflegeausbildung verbessert werden mit dem Ziel, einerseits die hohe Qualität der Pflegeausbildung in Österreich sicherzustellen und andererseits möglichst rasch über zusätzliche Pflegekräfte verfügen und damit auch die bestehenden inländischen Pflegekräfte entlasten zu können. Und drittens fordert Hattmannsdorfer ein effizientes „Management“ seitens des Sozialressorts bezüglich der Anwerbung potentieller Kandidaten vor Ort und ihre Begleitung hierzulande.

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