Pflegerin droht nun strengere Strafe

Prozess wegen fahrlässiger Tötung am 15. 10.

Von Heinz Wernitznig

WELS/EFERDING — Weil ein 69-jähriger Bewohner des Instituts Hartheim in Alkoven (Bez. Eferding) tödliche Verletzungen durch zu heißes Badewasser erlitten hat, muss sich am 15. Oktober die für den Mann mitzuständige Pflegerin am Bezirksgericht Eferding verantworten. Die Anklage legt der 53-Jährigen fahrlässige Tötung zur Last. „Der Frau drohen im Falle einer Verurteilung bis zu ein Jahr Haft bzw. eine Geldstrafe bis zu 720 Tagsätzen“, so Gerlinde Hellebrand, Pressesprecherin des Landesgerichtes Wels, zum VOLKSBLATT.

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Die Pflegerin hatte wie exklusiv berichtet im August per Strafverfügung des Bezirksgerichtes Eferding eine Geldstrafe von 1200 Euro ausgefasst, wobei die Hälfte unter Bestimmung einer Probezeit von drei Jahren bedingt nachgesehen wurde. Dagegen legte allerdings die Staatsanwaltschaft Wels Einspruch ein, weil ihr die Strafe als zu niedrig erschien.

Versehentlich zu heißes Wasser aufgedreht

Der Vorfall in der Betreuungseinrichtung hatte sich am 14. November 2017 ereignet. Die 53-Jährige hatte dem geistig und körperlich behinderten Mann versehentlich zu heißes Badewasser aufgedreht. Der 69-Jährige erlag dann zwei Tage später im Spital seinen Verletzungen.

Erst vor einem Monat ist am Landesgericht Linz eine Ärztin nach dem Tod eines Patienten zu einer Geldstrafe von 5400 Euro verurteilt worden. Die Medizinerin hatte einen Röntgenbefund nicht gelesen.