Philip Morris setzt auch in Österreich auf Alternativ-Tschick

Angesichts des sinkenden Zigarettenkonsums setzen Tabakkonzerne immer stärker auf Ersatzprodukte wie E-Zigaretten oder Tabakerhitzer. Marktführer Philip Morris führt sein Alternativprodukt „Iqos“ nun auch in Österreich ein.

In 52 anderen Ländern gibt es den Tabakerhitzer bereits. Die Coronakrise hat den Tabakverkauf verändert. Auch die ursprünglich für 1. April geplante Erhöhung der Tabaksteuer kommt nun erst im Oktober.

„In Österreich gibt es 1,3 Millionen Raucher. Die Hälfte würde gerne was ändern“, sagte Philip-Morris-Österreich-Chef Alexander Schönegger am Donnerstag bei einem Pressegespräch. Zuletzt haben immer mehr Menschen dem blauen Dunst abgeschworen. Das gesetzliche Rauchverbot in der Gastronomie hat die Verkaufszahlen weiter gedrückt. Allein im November 2019, dem Monat, in dem das Rauchverbot eingeführt wurde, hat das Absatzminus am Markt fast 10 Prozent betragen, zeigen Daten der Trafikanten.

Auch bei Philip Morris habe man das Rauchverbot „ein bisschen gespürt“, räumte Florian Gross, Mitglied der Geschäftsleitung, ein. Noch sei aber keine Schanigartensaison und man müsse sich anschauen, wie sich die Coronakrise auswirke. So viel sehe man aber schon jetzt: der Tabakverkauf habe sich verschoben, sagte Gross. Während Trafiken in Einkaufszentren und auf Flughäfen starke Einbußen hinnehmen mussten, erzielten jene in grenznahen Regionen und in Wohngebieten größere Absätze. Fuhren die Österreicher früher nach Slowenien, Ungarn oder Tschechien, um dort billige Zigaretten zu kaufen, so ist das derzeit aufgrund der Grenzschließungen nicht möglich.

Auch die ursprünglich für 1. April geplante Erhöhung der Tabaksteuer wurde coronabedingt auf 1. Oktober verschoben, bestätigte man der APA im Finanzministerium. Ob Philip Morris die Zigarettenpreise mit Oktober erhöht, dürfe man nicht beantworten, sagte Gross.

Philip Morris ist mit Marken wie Marlboro oder Chesterfield Nummer 1 am österreichischen Tabakmarkt. Schönegger bezifferte den Marktanteil hierzulande mit 39 Prozent.

Konzernweit werden Alternativprodukte abseits der Zigarette immer wichtiger. 2019 hat das Unternehmen bereits rund 19 Prozent des Gesamtumsatzes oder 5,6 Mrd. US-Dollar (5,15 Mrd. Euro) mit alternativen Produkten wie dem Tabakerhitzer umgesetzt, im ersten Quartal 2020 waren es fast 22 Prozent. In den vergangenen 12 Jahren steckte der Tabakkonzern mehr als 7 Mrd. Dollar in die Entwicklung von „Iqos“. In Österreich steht man erst in den Startlöchern: bisher gebe es 1.500 bis 2.000 Nutzer, weltweit seien es 15 Millionen.

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