Platter fordert vor Öffnungsgipfel „klaren Zeitplan“

Bund und Länder diskutieren am Freitag die von der Regierung ab Mitte Mai angekündigte schrittweise Öffnung des Corona-Lockdowns. Tirols Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) geht davon aus, dass damit auch Gastronomie, Hotellerie, Sport und Kultur wieder öffnen dürfen, wie er bei einer Pressekonferenz am Donnerstag sagte. Lokale und Hotels sind seit fast einem halben Jahr geschlossen. Ihre ursprünglich ab Ostern angekündigte Öffnung hatte die Regierung wieder abgesagt.

Lokale und Hotels sind bereits seit 2. November in Zwangspause. Anfang März hatte Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) dann die Öffnung der Gastgärten ab Ostern angekündigt. Indoor-Gastronomie, Hotels und Kulturbetriebe sollten „im April“ folgen. Daraus wurde allerdings nichts. Stattdessen gab es den verschärften Lockdown in der Ostregion. Einzig in der „Modellregion“ Vorarlberg sind die Lokale seit Mitte März geöffnet.

Nun sollen die ersten Öffnungsschritte also Mitte Mai erfolgen. Welche genau das sein werden, wollen Vertreter von Bund, Ländern, Städten und Gemeinden am Freitag in der sogenannten Öffnungskommission besprechen. Geplant ist der Auftakt um 11 Uhr, Ergebnisse soll es am frühen Nachmittag geben.

Klar ist nach den Aussagen der letzten Tage, dass es für die Gäste in Lokalen eine Testpflicht geben wird, nicht aber für Kunden im Handel. Abgelehnt werden die Eintrittstests von der FPÖ. „Vor allem jene Gastronomiebetriebe, die in erster Linie von Laufkundschaft leben, werden durch die Eintrittstests schweren Schaden nehmen. Wer nach einer Einkaufstour noch schnell einen Kaffee trinken möchte, der hat keinen Testnachweis in der Tasche“, so Wirtschaftssprecher Erwin Angerer.

Unklar ist noch, wann die Öffnung beginnen soll. Medial spekuliert wurde am Donnerstag über Termine zwischen dem 13. Mai (Christi Himmelfahrt) und dem 25. Mai (nach Pfingsten). Platter mahnte am Donnerstag einen „eindeutigen, klaren Zeitplan“ hinsichtlich der Öffnungsschritte ein. Denn schließlich bräuchten die Betriebe eine gewisse Vorlaufszeit, um sich auf die Maßnahmen vorzubereiten.

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Tirol hat bei den Neuinfektionen mittlerweile übrigens den höchsten Wert aller Bundesländer erreicht. Mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 217 Infektionen pro 100.000 Einwohnern liegt das Bundesland sogar vor Wien (203) und Niederösterreich (146), wo noch ein besonders harter Lockdown mit Fernunterricht und Schließung des Handels gilt. Vorarlberg liegt mit einer Inzidenz von 179 leicht über dem österreichischen Durchschnitt von 175 Infektionen pro 100.000 Einwohner.

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