LH Platter will „tiefgreifende Analyse“

Tiroler Sonderlandtag zu Corona mit roten Attacken und milden Blauen

An der Sitzung des Tiroler Landtages nahmen aus Sicherheitsgründen nur 20 Abgeordnete teil. Die Mandatare sowie Regierungsmitglieder trugen alle Schutzmasken, die Reden wurden hinter Plexiglasscheiben gehalten. © APA/Tiroler Landtag/Berger

Lediglich SPÖ-Chef Georg Dornauer ritt in der gestrigen Sondersitzung des Tiroler Landtages heftige Attacken gegen LH Günther Platter und seine Regierung in Sachen Coronavirus-Krisenmanagement.

Es seien „fatale Fehleinschätzung und Fehlentscheidungen“ getroffen worden, auch dürfe es jetzt „keine Bunkermentalität und Verantwortungsflucht“ geben, so der über die Tiroler Landesgrenzen hinaus als Polterer bekannte Dornauer in der Aktuellen Stunde.

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LH Platter indes kündigte einmal mehr ein „tiefgreifende Analyse“ des Tiroler Krisenmanagaments an. „Ich verstehe, dass es mit dem Wissen von heute Kritik an der einen oder anderen Entscheidung gibt“, so der Landeshauptmann, um aber auch zu betonen, dass es kein „fertige Pauspapier“gebe, wie man mit einer solchen Krise umzugehen habe.

Er sei auch „betroffen“, dass sich augenscheinlich viele Gäste, die in Tirol auf Urlaub waren, mit dem Virus angesteckt haben. Die tiefgreifende Analyse müsse aber nicht nur in Tirol, sondern auch in Österreich, Europa und der ganzen Welt passieren, so Platter. Einmal mehr betonte der Landeshauptmann aber, dass „alle Entscheidungen gemeinsam mit Experten auf Landes- und Bundesebene nach bestem Wissen und Gewissen und auf Basis der vorliegenden Erkenntnisse“ getroffen worden seien. Auch argumentierte er, dass das aufgrund der Italien-Nähe und des Tourismus-Fokus besonders betroffene Tirol das erste Bundesland war, das einschneidende Maßnahmen vorgenommen habe.

Auch Platters Stellvertreterin Ingrid Felipe (Grüne) betonte, niemand habe von Anfang an eine „Strategie in der Schublade“ haben können. Sie plädierte für eine gesamtgesellschaftliche Debatte nach der Bewältigung der Krise.

Wesentlich milder als der rote Dornauer ging FPÖ-Obmann Markus Abwerzger mit der Landesregierung um. Platter und der Krisenstab hätten „Unmenschliches geleistet“, er habe auch „null Verständnis für das Tirol- und Tourismus-Bashing“. Aber, so Abwerzger: Es gebe sicher eine „politisch-moralische Verantwortung“.

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