Plattform #kunsterhalten ermöglicht direkte Spenden

Wer von der Coronakrise gebeutelte Kulturinstitutionen direkt unterstützen möchte, hat nun die Gelegenheit, sich zentral über Spendenmöglichkeiten zu informieren. Die Agentur “Direct Mind” bietet der Kulturszene derzeit eine kostenlose Plattform für Spendenaufrufe. Mit dabei sind u.a. das KHM, das Belvedere oder die Volksoper Wien. Indes appellierte der Kulturrat Österreich an die Regierung.

Unter findet sich ein Überblick der teilnehmenden Institutionen. Gespendet wird nicht direkt auf der Website, vielmehr werden die potenziellen Spender zu den jeweiligen Angeboten der Häuser weitergeleitet. Die Spendenmöglichkeiten sind dabei mannigfaltig: Während man im Belvedere auf Unterstützung durch Mitgliedschaften (“Freunde des Belvedere” oder “Belvedere Cercle”) setzt, kann man das KHM durch gezielte Einmal-Beiträge unterstützen und die Spende sogleich online abwickeln. Der Musical Frühling Gmunden ruft Spender unterdessen auf, sich per E-Mail zu melden, während die Volksoper Wien ihre Bankdaten angibt oder Spenden mittels Online-Formular ermöglicht.

Die auf Fundraising und Marketing spezialisierte Agentur “Direct Mind”, die eine eigene Sub-Kategorie für Kultur anbietet, betont, dass die Teilnahme für Institutionen kostenlos ist, zudem gehe der Spendenbetrag zu 100 Prozent an die Kulturbetriebe. “In dieser schwierigen Zeit ist die finanzielle Hilfe privater Spenderinnen und Spender wichtiger denn je”, so Andreas Zednicek, Leiter der Kunst- und Kulturabteilung von “Direct Mind”. Durch den gemeinsamen Auftritt unter dem Titel #kunsterhalten sei der Aufwand für die teilnehmenden Einrichtungen gering und es ließen sich Synergien nutzen.

“Speisen Sie den Kunst- und Kultursektor nicht mit Almosen ab. Setzen Sie das Versprechen der Regierung, niemanden zurücklassen zu wollen, koste es was es wolle, in die Tat um!” Mit diesem dringenden Appell wendete sich unterdessen der Kulturrat Österreich in einem Offenen Brief an die Bundesregierung.

Der anfänglichen Hoffnung, über den Unterstützungsfonds rasch zu Hilfe zu kommen, sei nun ein “beunruhigender Stillstand” gefolgt. Konkret warte man auf die zweite Phase des Covid-19-Fonds im KSVF (Künstlersozialsversicherungsfonds), auch die angekündigte Unterstützungsstruktur für Kunst- und Kulturvereine (NPOs) stehe nach wie vor aus. Darüber hinaus kritisiert der Kulturrat, dass Kunst- und Kulturschaffende und ihre Interessenvertretungen nicht in den Gestaltungsprozess der Unterstützungsfonds involviert würden.

Kunstschaffende, die die Anspruchskriterien für den Härtefall-Fonds der WKO nicht erfüllen, hätten aus dem Covid-19-Fonds des KSVF bis heute lediglich die sogenannte “Soforthilfe” von 500 oder 1.000 Euro erhalten, manche hätten noch nicht einmal dazu Zugang oder warteten noch immer auf die Erledigung ihres Antrags. Auch beim Härtefall-Fonds selbst stelle sich die am 20. April gestartete zweite Phase “ernüchternd” dar: “Die nun errechneten Unterstützungsbeträge für den ersten Monat sind oftmals grenzwertig niedrig oder sogar bei null Cent, weil bereits durch die Soforthilfe ausgeschöpft.” Es brauche dringend eine Unterstützungshöhe, “von der zumindest die nackte Existenz und die laufenden betrieblichen Kosten gesichert werden können”, so der Kulturrat. 1.500 Euro zum Überleben für sechs Monate – und länger – ohne Einkommen seien keine Perspektive.

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