Poetische Verbindung von Leben und Literatur

Christine Mayr veröffentlicht neuen Gedichtband „Unter dem Dach der Welt“

Ausblick auf den Attersee, der auch im Gedichtband eine wichtige Rolle spielt. © Christine Mayr

Christine Mayr aus Vöcklamarkt unterrichtet als Diplompädagogin an der Volksschule 2 in Vöcklabruck und hat 2012 mit ihrer 3a-Klasse mit dem Werk „Das Land ohne Lachen“ den Hauptpreis beim internationalen Kinder- und Jugendbuchwettbewerb der Stadtgemeinde Schwanenstadt gewonnen.

Innere Wahrheiten und ein Stück Geschichte

Der zweisprachige (dt./ital.) Gedichtband von Christine Mayr „Unter dem Dach der Welt. Sotto il tetto del mondo“, der mit drei Prosatexten abschließt, lädt dazu ein, inneren Wahrheiten in poetischen Bildern nachzuspüren, etwa dem Wesen der Monate im Zyklus der Jahreszeiten („März“) oder einem Stück Geschichte, welches zu steter Wirklichkeit wurde („Auf dem Berg Subasio“).

Die Elemente verbinden sich mit dem Horizont („Sommerflug“) und mit den Gestirnen („Das Lied von der Nacht“), das Ich findet und löst sich im Elementaren („Ich bin“), das Kleine spiegelt sich im Großen und im Versuch, dem Makrokosmos im Mikrokosmos zu begegnen, so etwa die „Feder des Silberreihers“ zu finden und mit dieser „die Wärme des Südens“ festzuhalten.

Dingsymbole und Naturwesen stehen für die Verdichtung der Wahrnehmung zwischen der Unruhe im Wechselspiel der Elemente („Lied von der Flucht“), verbunden mit dem Wunsch des Erhaschens von Konstanz („Silvesterabend“) und für einen neuen Aufbruch („Jetzt ist es Zeit“).

Farbenspiele der Natur und der Elemente verbinden sich mit den Sinnen als Malereien der Seele („Sonnenuntergang“), aber auch in einer Konkretisierung von Landschaft, so in den Imaginationen des Attersees („August“, „Der Attersee im November“). Auf diese Weise vollzieht sich auch Erinnerung über die Wahrnehmung der bewegten Elemente („Vielleicht“) oder im Jahreskreis des Lebens („Der Herbst der Alten“).

Eintreten in eine „geheime Welt“

Das Wachsen und Reifen in der Zeit findet sich verdichtet im Prosatext „Die Stiefel meines Vaters“. Ebenso aus dem Blick der Kindheit eröffnet sich in der Kurzerzählung „Lesen lernen“ am Ausgang der Lebensreise Weltaneignung über die Entdeckung der großmütterlichen Bibliothek und des Lesens beim Eintreten in eine „geheime Welt“, welche die Gedanken und die Menschen verstehen lässt.

Die Parallel-Lektüre der Texte in italienischer Sprache verhilft dazu, die Kunst der beiden Sprachen noch bewusster entfalten zu lassen.

Buchbestellung über Christine Mayr, E-Mail: mayrchristine@yahoo.de

Christine Mayr: Unter dem Dach der Welt. Sotto il tetto del mondo. Eigenverlag, 76 Seiten, 13,90 Euro

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