Politik mobilisiert gegen Libra

Geplante Facebook-Währung stößt auch bei G7-Gipfel auf Gegenwehr

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg will mit der digitalen Währung Libra ein neues Finanzsystem schaffen.
Facebook-Gründer Mark Zuckerberg will mit der digitalen Währung Libra ein neues Finanzsystem schaffen. © AFP/Edelsohn

Mit der Ankündigung, eine eigene virtuelle Währung zu schaffen, hat Facebook auch die internationale Politik aufgeschreckt. Die Digitalwährung „Libra“ schürt Ängste, dass ein Privatunternehmen ohne große Kontrolle eine Währung als Zahlungsmittel etablieren könnte. Die breite Ablehnung von Libra hat sich auch beim G7-Gipfel der führenden Industrienationen gezeigt.

„Wir wollen nicht, dass Privatunternehmen die Möglichkeit haben, eine souveräne Währung zu schaffen“, erklärte etwa Frankreichs Finanzminister Bruno Le Maire. Auch sein deutscher Amtskollege Olaf Scholz betonte die „schweren Bedenken“ innerhalb der G7-Staaten.

Die Aufregung ist nicht unbegründet. Experten trauen dem Unternehmen aus dem Silicon Valley zu, damit die Finanzwelt auf den Kopf zu stellen. Vor allem auch wegen dem großen Kundenpotenzial. Rund 2,4 Milliarden Nutzer hat Facebook, bis die rechtlichen und regulatorischen Fragen aber nicht geklärt seien, dürfte das weltgrößte Internet-Netzwerk aber wohl nicht loslegen können. Grundsätzlich ist geplant, dass Libra ab 2020 mit Euro oder Dollar gekauft werden kann.

Eine Arbeitsgruppe unter Leitung des EZB-Direktors Benoit Coeure soll noch beim G7-Treffen erste Erkenntnisse zu Kryptowährungen vorstellen.

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