Anschlag in Kabul forderte mindestens drei Tote

Taliban-Kämpfer in Kabul (Themenbild) © APA/AFP (Archiv)/WAKIL KOHSAR

Bei einer Explosion in einer gut besuchten Moschee in Kabul sind am Mittwoch mindestens drei Menschen getötet und mehr als 20 weitere Menschen verletzt worden. Die italienische Nichtregierungsorganisation Emergency, die ein Krankenhaus in Kabul betreibt, teilte mit, dass 27 Opfer eingeliefert worden seien, darunter drei Tote. Andere Quellen berichten von mindestens 20 Toten und 40 weiteren Verletzten. Unter den Todesopfern soll auch der Imam der Moschee sein.

Bestätigt ist aber noch keine dieser Angaben. Die Explosion ereignete sich während des Abendgebets in der Moschee in einem Bezirk im Nordwesten der afghanischen Hauptstadt. Die meisten Patienten erlitten demnach Verletzungen durch Granaten und Verbrennungen.

Ein Taliban-Sprecher bestätigte, dass es bei der Explosion Tote und Verletzte gegeben habe, nannte jedoch keine Zahlen. „Die Mörder von Zivilisten“ würden „bald für ihre Verbrechen bestraft“, erklärte er im Kurzbotschaftendienst Twitter.

Am Donnerstag vergangener Woche war der ranghohe Taliban-Geistliche Rahimullah Hakkani bei einem Selbstmordanschlag in Kabul getötet worden. Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) reklamierte den Anschlag für sich

Seit der Machtübernahme der Taliban vor einem Jahr ist die Gewalt im Land deutlich zurückgegangen. Der IS verübte jedoch weiter regelmäßig Anschläge und nahm dabei vor allem religiöse Minderheiten wie Schiiten, Sufis und Sikhs ins Visier.

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Die Taliban haben nach eigenen Angaben den IS besiegt. Experten sehen in der Jihadistenmiliz hingegen eine der zentralen Herausforderungen für die Taliban.

Die Taliban haben nach dem chaotischen Rückzug der westlichen Truppen aus Afghanistan wieder das Sagen in dem Land. Als eine der Gründe für den Kollaps der damaligen afghanischen Regierung gilt die Korruption unter den politischen Eliten und in der afghanischen Armee.

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