Bis zu 300.000 Kinder als Soldaten missbraucht

Nach UNO-Schätzungen werden zwischen 250.000 und 300.000 Kinder in bewaffneten Konflikten als Soldatinnen und Soldaten missbraucht. Die SPÖ rief am Montag, dem Internationalen Tag gegen den Einsatz von Kindersoldaten („Red Hand Day“), zu einer aktiven Außen- und Neutralitätspolitik auf. Die Grünen forderten das Verbot „‚Straight 18‘: Kinder unter 18 Jahren dürfen weder freiwillig noch zwangsweise für den Militärdienst rekrutiert, angeworben oder eingesetzt werden.“

Kinder leiden am meisten unter Kriegen und Konflikten, betont das UNO-Kinderhilfswerk (UNICEF) auf seiner Website. Kindersoldatinnen und -soldaten würden oft schon im jungen Alter in lang anhaltenden Konflikten von bewaffneten Gruppen benutzt. Hierbei handle es sich nicht nur um Kinder, sondern auch um Minderjährige, „die von Milizen oder bewaffneten Gruppen für Botengänge, als Wachleute, zum Kochen oder sonstige Hilfsarbeiten eingesetzt werden, als menschliche Schutzschilde missbraucht, zu sexuellen Diensten gezwungen oder mit Kämpfern zwangsverheiratet werden“, so Ninja Charbonneau von UNICEF Deutschland.

Die Folgen für die Kinder seien neben posttraumatischen Belastungsstörungen, Verstümmelungen, Depressionen auch ein Bildungsverlust, unterstrich Ewa Ernst-Dziedzic, Sprecherin der Grünen für Außenpolitik und Menschenrechte, in einer Presseaussendung am Montag. Staaten und bewaffnete Gruppen, die Kinder als Soldaten und Soldatinnen rekrutierten und missbrauchten, müssten namhaft gemacht und im Rahmen des Römischen Statuts des Internationalen Gerichtshofs bestraft werden. „Zudem müssen entlassenen Kindersoldat:innen Schutz und politisches Asyl gewährt werden. Alle Rüstungsexporte in Kriegsländer, in denen Menschen- und Kinderrechte aufs äußerste verletzt werden, müssen bedingungslos gestoppt werden“, forderte Ernst-Dziedzic.

Petra Bayr, SPÖ-Sprecherin für Außenpolitik und Entwicklungszusammenarbeit, rief in einer Presseaussendung zu einer aktiven Außen- und Neutralitätspolitik auf: „Bildung, Armutsbekämpfung, Konfliktbewältigung und Empowerment von Kindern sind zentral, um ihnen das Schicksal als Kanonenfutter in bewaffneten Konflikten zu ersparen. Die betroffenen Kinder haben keine Stimme und werden auch in den internationalen Verhandlungen, Resolutionen und Friedensabkommen selten erwähnt.“

„Der 12. Februar ist uns eine jährliche Mahnung, dass wir noch einen langen Weg vor uns haben, um die schweren Verletzungen der Kinderrechte weltweit zu beenden“, ergänzte Christian Oxonitsch, SPÖ-Sprecher für Kinder und Jugendliche, in der Aussendung. „Die blutige Hand, die dem Krieg nicht entkommen kann als Symbol für das Kind, das seine Kindheit für immer verliert, soll uns daran erinnern, dass Kinder weltweit unsere Solidarität und unseren Schutz brauchen, wenn sie von Krieg, Gewalt und Verfolgung betroffen sind.“

Am 12. Februar 2002 wurde das „Zusatzprotokoll zur UN-Kinderrechtskonvention über die Beschränkung der Beteiligung von Kindern an bewaffneten Auseinandersetzungen“ verabschiedet. Deshalb steht der 12. Februar im Zeichen gegen die Rekrutierung und den Einsatz von Kindersoldatinnen und Kindersoldaten. Laut UNICEF ist das Problem besonders in Afghanistan, Jemen, der Demokratischen Republik Kongo, Myanmar, Somalia, Südsudan, Syrien und der Zentralafrikanische Republik präsent.

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