Europäer fordern Fortschritte bei Iran-Atomgesprächen

Nach der Wiederaufnahme der Atomverhandlungen mit dem Iran in Wien am gestrigen Montag dringen die europäischen Verhandler auf konkrete Fortschritte. „Wir haben nicht den Luxus, Zeit mit Nettigkeiten zu verbringen“, hieß es bei einem Gespräch der Unterhändler Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens am Dienstag in Wien. „Wenn sie nicht zeigen, dass sie es mit dieser Arbeit ernst meinen, haben wir ein Problem“, hieß es Richtung Iran.

Die europäischen Diplomaten wollen demnach in den nächsten Tagen die „Ernsthaftigkeit“ der iranischen Position bewerten und dann entscheiden, ob die Verhandlungen fortgesetzt werden sollten. „Die nächsten 48 Stunden werden sehr wichtig sein“, hieß es. Eine „künstliche Frist“ solle jedoch nicht gesetzt werden.

Nach dem offiziellen Auftakt der Verhandlungen über das internationale Atomabkommen in Wien am Montag nahmen am Dienstag Expertengruppen die Arbeit auf und befassten sich mit der heiklen Frage der US-Sanktionen gegenüber dem Iran. Am Mittwoch soll es dann um die nuklearen Verpflichtungen Teherans gehen. „70 bis 80 Prozent der Arbeit“ seien bereits getan, sagten die Diplomaten. „Aber einige der schwierigsten Fragen sind noch offen.“

Die Gespräche über eine Wiederbelebung des Atomabkommens mit dem Iran waren fünf Monate lang unterbrochen gewesen. Das Abkommen aus 2015 soll Teheran am Bau von Atomwaffen hindern. Im Gegenzug wurden internationale Sanktionen aufgehoben. 2018 stiegen die USA unter dem damaligen Präsidenten Donald Trump einseitig aus dem Abkommen aus und verhängten erneut massive Sanktionen. Danach zog sich Teheran ebenfalls schrittweise aus der Vereinbarung zurück.

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