Geisel-Causa: Nehammer schickt Launsky-Tieffenthal nach Doha

Erfahrener Diplomat schaltet sich in Geiselcausa ein © APA/AFP/TIMOTHY A. CLARY

Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) will den Bemühungen zur Freilassung der österreichisch-israelischen Geisel Tal Shoham durch die Entsendung seines außenpolitischen Sonderberaters Peter Launsky-Tieffenthal nach Doha Nachdruck verleihen. Dies teilte das Bundeskanzleramt Dienstagnachmittag nach einem Gespräch Nehammers mit dem Emir von Katar, Sheikh Tamim Bin Hamad al-Thani mit. Katar hatte die Freilassung von Dutzenden Hamas-Geiseln vermittelt.

Laut dem Kanzleramt würden im Hintergrund bereits „intensive Bemühungen auf allen Ebenen“ laufen, damit Shoham freikommt. Mit dem Emir von Katar habe Nehammer gesprochen, um diese „weiter zu verstärken“, hieß es. „Er wird dazu den erfahrenen Diplomaten und Sonderberater des Bundeskanzlers, Peter Launsky-Tieffenthal, nach Doha entsenden, um die Gespräche zur Freilassung von Tal Shoham weiter zu vertiefen.“

Mit seinem Engagement knüpft der frühere Generalsekretär im Außenministerium an eine Tätigkeit an, die ihn im Jahr 2008 einer breiteren Öffentlichkeit bekannt gemacht hatte. Als damaliger Pressesprecher des Außenministeriums hatte er im Fall der beiden in Mali verschleppten Salzburger Touristen kommuniziert und den Grundstein für eine steile Karriere gelegt, in deren Zuge er Chef der UNO-Kommunikationsabteilung in New York, Regierungssprecher von Türkis-Blau und schließlich oberster Beamter im Außenministerium wurde. Kurz nach seiner Pensionierung im September holte Kanzler Nehammer ihn als Sonderbeauftragten für globale Fragen an den Ballhausplatz, um insbesondere die österreichische Afrika-Politik zu stärken.

„Unsere Forderung an die Hamas bleibt klar: Es müssen endlich alle Geiseln freigelassen werden und zwar bedingungslos. Es ist absolut inakzeptabel, dass hier Menschen als Schutzschilder für die barbarischen Machenschaften der Terrororganisation verwendet werden“, betonte Nehammer. Er bezeichnete die Leistungen Katars bei den bisherigen Freilassungen als „sehr wertvoll und wichtig“.

Shohams Ehefrau, seine beiden Kinder im Alter von drei und acht Jahren sowie seine Schwiegermutter waren bereits am 25. November befreit worden. Nehammer hatte Shohams Vater Gilad Korngold im Oktober bei einem Israel-Besuch getroffen und in der Vorwoche im Kanzleramt empfangen.

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Zuvor hatte auch Außenminister Alexander Schallenberg (ÖVP) bei einem Empfang für die aus dem Gazastreifen evakuierten österreichischen Doppelstaatsbürger auf eine Geiselfreilassung gedrängt. Die sofortige Befreiung aller Geiseln aus den Händen der Terrororganisation Hamas bleibe „oberste Priorität“, betonte er. Die 31 Personen waren am 1. November über den Grenzübergang Rafah aus dem Gazastreifen gebracht worden.

„Es muss uns auch gelingen, die dringend erforderliche humanitäre Hilfe für die Zivilbevölkerung in den Gazastreifen zu bringen. Der Feind ist die Hamas, nicht die Menschen im Gazastreifen“, sagte Schallenberg weiter. Die Lage in Gaza sei katastrophal. Die Verantwortung dafür trage die Hamas. Sie herrsche seit ihrer Machtübernahme 2007 mit „eiserner Hand über den schmalen Küstenstreifen und hat nichts dazu beigetragen, die Situation der Zivilbevölkerung zu verbessern.“

Langfristiges Ziel der österreichischen Außenpolitik ist und bleibt laut Ministeriumsangaben eine verhandelte Zweistaatenlösung auf Basis des Völkerrechts. Eine Lösung, die Israelis und Palästinensern die Möglichkeit gebe, in Frieden und Sicherheit Seite an Seite zu leben.

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