Nach Volksblatt Bericht: Chance auf Heimkehr

VOLKSBLATT-Bericht hat zu rascher Lösung beigetragen – Rückflug diese Woche ist in Sicht

Nach 20-tägiger Wanderung spitzt sich die Situation für Atteneder (r.) und Wöss in Jordanien zu.
Nach 20-tägiger Wanderung spitzt sich die Situation für Atteneder (r.) und Wöss in Jordanien zu. © privat

Von Christian Haubner

Es hätte eine einzigartige Weitwanderung auf dem „Jordan Trail“, einem 650 Kilometer langen Wanderweg quer durch Jordanien, werden sollen. Vor gut 20 Tagen waren die beiden Freistädter Berufssoldaten Reinhard Atteneder und Jörg Wöss aufgebrochen. Alles verlief nach Plan, bis sie von der Corona-Krise gestoppt wurden.

„Wir sitzen derzeit in einem Hotel in Amman (die Hauptstadt des Königreichs Jordanien, Anm.) fest“, berichtete Atteneder am Samstag im Gespräch mit dem VOLKSBLATT. Mit ihnen befinden sich acht weitere Österreicher in der Stadt.

In Jordanien herrscht mittlerweile eine strenge Ausgangssperre, alle Geschäfte sind geschlossen. „Die fahren da ein anderes Programm“, schildert Atteneder: „Wenn man draußen erwischt wird, droht ein Jahr Gefängnis.“ Mittlerweile gibt es nur noch eine Mahlzeit pro Tag. „Wir bekommen täglich Frühstück. Das teilen wir uns über den ganzen Tag ein.“

Die österreichische Botschaft ist lediglich rund 250 Meter vom Hotel entfernt, aufgrund der Ausgangssperre aber unerreichbar. Der Flughafen ist bloß eine halbe Autostunde entfernt. „Wenn unsere tägliche einmalige Essensration ausbleibt, wird’s kritisch.“

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Baldige Heimreise ist nun wahrscheinlich

Inzwischen hat sich die Situation entspannt: Nach dem VOLKSBLATT-Bericht auf volksblatt.at hat sich übers Wochenende eine Lösung abgezeichnet. „Mein Bataillonskommandant in Hörsching hat uns umgehend kontaktiert“, lobt Atteneder das Zusammenspiel aller Partner.

Nun arbeite etwa der Konsul mit deutschen Behörden daran, dass die zehn Österreicher am Dienstag oder Mittwoch gemeinsam mit 70 Deutschen ausgeflogen werden. „Sollte das nicht funktionieren, können wir uns wieder melden und beantragen, dass uns eine österreichische Hercules-Maschine des Bundesheeres holt“, ist Attenender zufrieden und dankt ausdrücklich für den VOLKSBLATT-Bericht.

Eine ursprünglich angedachte Lösung, wonach besagte Hercules gleich Amman ansteuern könnte, wurde verworfen. Denn das Transportflugzeug müsse zunächst Österreicher aus anderen Regionen holen, die gesundheitliche oder andere Probleme haben. „In Ägypten sitzen zum Beispiel Österreicher fest, die nicht mehr mit Essen versorgt werden und denen inzwischen Medikamente und Hygieneartikel fehlen. Wir haben vollstes Verständnis dafür, dass diese Menschen Priorität genießen.

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Wir sind fit und gesund und können daher noch ausharren“, so Atteneder: „Wir haben Wasser am Zimmer, einen Wasserkocher, rund 200 Stück Wasseraufbereitungstabletten, um das Wasser trinkbar zu machen, und noch einige Thunfisch-Dosen in unseren Rucksäcken.“ Auf die Heimreise freuen sie sich dennoch bereits sehr.

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