Israel lädt belgischen und spanischen Botschafter vor

Pedro Sánchez und Alexander De Croo am Grenzübergang Rafah © APA/AFP/STR

Israel hat die Botschafter Belgiens und Spaniens vorgeladen, nachdem die Regierungschefs beider Länder Israel für seine Reaktion auf den Hamas-Angriff im Gazastreifen scharf kritisiert hatten. Israels Außenminister Eli Cohen habe „angeordnet, die Botschafter dieser Länder zu einem Gespräch über eine strenge Zurechtweisung einzuberufen“, teilte sein Büro am Freitag mit. Cohen warf Alexander De Croo und Pedro Sánchez vor, mir ihren Äußerungen „den Terrorismus“ zu unterstützen.

In einer separaten Erklärung verurteilte Premierminister Benjamin Netanyahu die Äußerungen von De Croo und Sánchez „aufs Schärfste“. Beiden warf er vor, „der Hamas nicht die volle Verantwortung für die Verbrechen gegen die Menschlichkeit zuzuschreiben, die sie begangen hat, indem sie unsere Bürger massakriert und Palästinenser als menschliche Schutzschilde missbraucht hat“.

Sánchez hatte am Freitag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi in Kairo Israel dazu aufgerufen, „einen umfassenden Ansatz zu verfolgen, der das Westjordanland und Ost-Jerusalem einschließt“, und „die Anerkennung des Staates Palästina durch die internationale Gemeinschaft und Israel“ gefordert. Zudem verurteilte er die „Tötung unschuldiger Zivilisten“ im Gazastreifen. Belgiens Ministerpräsident De Croo rief Israel bei der gemeinsamen Pressekonferenz dazu auf, bei den Angriffen auf Ziele im Gazastreifen das „internationale humanitäre Recht“ zu achten.

Al-Sisi sagte bei der Pressekonferenz, der Nahost-Friedensprozess habe in den vergangenen 30 Jahren nicht die erhofften Ergebnisse gebracht. Daher sei es nötig, einen anderen Ansatz zu wählen. Dieser müsse „die Anerkennung des palästinensischen Staates durch die internationale Gemeinschaft und seine Aufnahme in die Vereinten Nationen“ umfassen.

Der spanische Außenminister José Manuel Albares bezeichnete die „Anschuldigungen der israelischen Regierung“ gegen den spanischen und den belgischen Regierungschef in einer Erklärung als „falsch, irrelevant und inakzeptabel“.

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Am 7. Oktober waren hunderte Kämpfer der von den USA und der EU als Terrororganisation eingestuften Hamas nach Israel eingedrungen und hatten dort Gräueltaten überwiegend an Zivilisten verübt, darunter zahlreiche Frauen und Kinder. Nach Angaben der israelischen Regierung wurden etwa 1.200 Menschen getötet, rund 240 Menschen wurden als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt.

Als Reaktion darauf begann Israel damit, Ziele im Gazastreifen aus der Luft und vom Boden aus massiv anzugreifen. Nach Angaben der Hamas, die sich nicht unabhängig überprüfen lassen, wurden seitdem mehr als 14.800 Menschen im Gazastreifen getötet.

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