Mehrere Tote bei neuerlichen russischen Raketenangriffen

Spurensicherung nach Raketenangriffen in Kiew © APA/AFP/SERGEI SUPINSKY

Bei russischen Raketenangriffen in der ganzen Ukraine sind am Donnerstag laut Rettungskräften mindestens sechs Zivilisten getötet worden. Betroffen von dem landesweiten Beschuss am frühen Morgen waren unter anderem die Hauptstadt Kiew, die Schwarzmeer-Hafenstadt Odessa und die zweitgrößte Stadt Charkiw, wie die Behörden mitteilten. Aber auch in den Städten Lwiw, Schytomyr, Winnyzja und Riwne im Westen und in Dnipro und Poltawa in der Landesmitte schlugen Raketen ein.

Vielerorts fiel der Strom aus. Die Ukraine warf Russland vor, gezielt Zivilisten anzugreifen. Die Regierung in Moskau sprach von einer Reaktion auf jüngste Provokationen.

Auch am von russischen Truppen besetzten Atomkraftwerk Saporischschja im Osten der Ukraine kam es laut ukrainischen Angaben nach einem Raketenangriff zu einem zeitweisen Stromausfall. Dieselgeneratoren hätten während dieser Zeit für eine Notstromversorgung gesorgt und damit die Kühlung der Reaktoren gewährleistet, teilte der staatliche ukrainische Versorger Energoatom mit. Russische Vertreter bezeichneten den Stromausfall als eine ukrainische Provokation. Das Kraftwerk wird bereits seit Monaten von russischen Streitkräften kontrolliert.

Beim Beschuss eines Wohngebiets in der westlichen Region Lwiw habe es mindestens fünf Tote gegen, teilten Rettungskräfte mit. Aufnahmen aus dem Gebiet, das etwa 700 Kilometer von der Front und nur etwa 80 Kilometer von der polnischen Grenze entfernt liegt, zeigen ein zerstörtes Haus und mehrere schwer beschädigte Gebäude. Zudem sei ein Zivilist in der zentralen Region Dnipro getötet worden. Nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj wurden bei dem Beschuss kritische Infrastruktur und Wohngebäude in zehn ukrainischen Regionen getroffen.

In Kiew gab es laut Bürgermeister Vitali Klitschko im Südwesten der Stadt Explosionen. Einige Bewohner berichteten von Stromausfällen. Der Gouverneur der Region Odessa, Maxym Martschenko, teilte auf Telegram mit, dass ein massiver Raketenangriff eine Energieanlage in der Hafenstadt getroffen und die Stromversorgung unterbrochen habe. Auch Wohngebiete seien getroffen worden. Der Gouverneur der Region Charkiw, Oleh Synjehubow, erklärte, die Stadt und die Region seien von 15 Angriffen betroffen gewesen, auch die Infrastruktur.

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„Die Besatzer können nur Zivilisten terrorisieren, das ist alles, was sie können“, erklärte Selenskyj. „Aber es wird Ihnen nicht helfen, sie werden sich nicht aus der Verantwortung ziehen können für alles, was sie getan haben.“ Das russische Verteidigungsministerium erklärte, der Raketenbeschuss der „militärischen Infrastruktur“ in der Ukraine sei die Antwort Moskaus auf den „terroristischen Angriff“ in Brjansk vergangene Woche. Bei dem Vorfall auf russischem Territorium wurden nach Moskauer Angaben zwei Zivilisten getötet. Russland macht dafür die Ukraine verantwortlich, was die Regierung in Kiew zurückweist.

An der Front im Osten gingen die schweren Kämpfe um die Bergbaustadt Bachmut weiter. Das ukrainische Militär teilte am Mittwochabend mit, anhaltend starke russische Angriffe seien zurückgeschlagen worden. Selenskyj sagte in seiner abendlichen Videoansprache, dass der Kampf um Bachmut und die umliegende Donbass-Region die „erste Priorität“ für die Ukraine sei. Die russischen Streitkräfte hatten am Mittwoch erklärt, die Kontrolle über die östliche Hälfte der seit Monaten umkämpften Stadt errungen zu haben. Die Ukraine hält aber nach eigenen Angaben an der Verteidigung der weitgehend eingeschlossenen Stadt fest.

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