Offenbar auch aus Nord Stream 1 kein Gasaustritt mehr

Zwei der Gaslecks auf Satellitenbildern vom 30. September © APA/ImageSat International (ISI)/-

Nach Einschätzung dänischer Behörden tritt aus den beschädigten Nord-Stream-Pipelines in der Ostsee mittlerweile wohl kein Gas mehr aus. Man sei vom Betreiber, der Nord Stream AG, informiert worden, dass sich auch bei Nord Stream 1 mittlerweile der Druck in der Pipeline stabilisiert habe, teilte die Behörde Sonntagnachmittag auf Twitter mit. Das deute darauf hin, dass kein Gas mehr austrete. Den gleichen Stand hatten die Dänen am Samstag bereits zu Nord Stream 2 mitgeteilt.

Zuvor waren aus den insgesamt vier Lecks an den beiden Pipelines – zwei davon in schwedischen, zwei in dänischen Gewässern – tagelang ununterbrochen große Mengen Gas ausgetreten.

Die schwedischen Behörden teilten nach mehreren Überflügen über das Gebiet am Sonntagnachmittag mit, es trete noch auf Flächen von etwa 100 Metern sowie beim kleineren Leck rund 15 Metern Durchmesser Gas aus. Dies war zwar deutlich weniger als noch vor einigen Tagen, allerdings der gleiche Stand wie am Samstag. Noch immer gingen Prognosen davon aus, dass auch dort der Gasaustritt am Sonntag aufhören sollte. Die schwedische Küstenwache hatte nach eigenen Angaben zunächst keine Erklärung dafür, weshalb dies in den dänischen Gewässern wohl schneller geschehen sei.

Viele Staaten gehen von Sabotage aus. Mindestens zwei Explosionen seien unter Wasser geschehen, teilten Dänemark und Schweden im Laufe der Woche mit. Seismologische Institute hätten eine Stärke von 2,3 und 2,1 gemessen, was „vermutlich einer Sprengladung von mehreren hundert Kilogramm“ entspreche. Der deutsche Justizminister Marco Buschmann sagte der „Bild am Sonntag“, dass auch der deutsche Generalbundesanwalt in dem Fall ermitteln könnte. Es würde dabei „möglicherweise um eine verfassungsfeindliche Sabotage mit Auswirkungen auf Deutschland“ gehen. Auch der Straftatbestand des Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion komme infrage.

Großbritannien will nun zwei Spezialschiffe erwerben, um seine Unterwasser-Infrastruktur wie Kabel und Pipelines zu schützen. Das teilt Verteidigungsminister Ben Wallace bei einer Parteiveranstaltung am Sonntag mit.

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Russlands Vize-Regierungschef Alexander Nowak erklärte unterdessen im Staatsfernsehen: „Sicherlich gibt es technische Möglichkeiten, die Infrastruktur wieder aufzubauen.“ Dies erfordere aber Zeit und entsprechende Mittel. Zunächst müsse aber herausgefunden werden, wer dahinterstecke, sagte Nowak in der Sendung „Moskau. Kreml. Putin.“.

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