Putin in Saudi-Arabien – Besuch mit Kampfjet-Eskorte

Kreml-Chef Putin in den Emiraten © APA/AFP/POOL/ALEXEY NIKOLSKY

Eskortiert von vier Kampfjets ist der russische Präsident Wladimir Putin am Mittwoch zu einem Staatsbesuch in Saudi-Arabien eingetroffen. Dort wollte er sich mit dem Kronprinzen Mohammed bin Salman über die Kriege in der Ukraine und Nahost sowie über die Erdöl-Förderpolitik austauschen. Auf dem Weg nach Riad hatte Putin einen Zwischenstopp in den Vereinigten Arabischen Emiraten eingelegt. Seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine Anfang 2022 reist Putin selten ins Ausland.

Russland, Saudi-Arabien und die VAE sind wichtige Ölproduzenten. Sie eint das Interesse an möglichst hohen Preisen für Rohöl. Wegen der trüben Konjunkturaussichten ist der Ölpreis seit Wochen auf Talfahrt, woran auch Ankündigungen der Gruppe „Opec+“, weniger Öl zu fördern, nichts änderten. Zu der Gruppe zählt neben den Mitgliedern des Exportkartells „Opec“ auch Russland. Mit 75,30 Dollar je Barrel (159 Liter) ist die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee aktuell so billig wie zuletzt vor sieben Monaten.

In Abu Dhabi wurde Putin vom Präsidenten der Emirate, Mohammed bin Zayed, in Empfang genommen, wie die staatliche Nachrichtenagentur WAM des Landes per X (vormals Twitter) mitteilte. Russischen Angaben zufolge lobte Putin das bilaterale Verhältnis der Länder als geschichtlich beispiellos gut.

Wie das russische Fernsehen zeigte, wurde Putin auf der Landebahn von Vertretern der Emirate in Empfang genommen, bevor er von der Kavallerie eskortiert zum Präsidentenpalast gebracht wurde. Dort wurde der als mutmaßlicher Kriegsverbrecher international gesuchte russische Staatschef mit allen Ehren empfangen.

Wie auf Bildern des Kremls zu sehen war, erwarteten Putin am Palast dutzende Soldaten, während Flugzeuge am Himmel Rauch in den Farben der russischen Flagge versprühten und in der Nähe Kanonenschüsse abgefeuert wurden.

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„Dank Ihrer Haltung haben unsere Beziehungen heute ein noch nie da gewesenes Niveau erreicht“, sagte Putin bei seiner Ankunft zum Präsidenten Mohammed bin Zayed al-Nahyan und rühmte den regen Handel zwischen den Staaten. Putin sagte, er werde mit seinem Kollegen über die Situation „in den heißen Zonen“ sprechen, er nannte sowohl den Nahostkonflikt als auch die „Krise in der Ukraine“.

Laut Putin sind die Vereinigten Arabischen Emirate der wichtigste Handelspartner Russlands im Arabischen Raum. Der Kreml-Chef lud Zayed auch zum Besuch des BRICS-Gipfels 2024 in Kasan ein. Nähere Angaben zu Inhalten gab es nicht.

Nach Angaben der staatlichen russischen Nachrichtenagentur TASS hat Putin Saudi-Arabien und die Emirate zuletzt 2019 vor der Corona-Epidemie besucht. Der Besuch am Golf ist der erste seit Kriegsbeginn 2022, der nicht direkten Verbündeten wie China, Weißrussland oder Kasachstan gilt.

Der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag hatte im März wegen der Verschleppung ukrainischer Kinder nach Russland einen Haftbefehl gegen Putin erlassen. Er reiste in der Folge nicht zu großen internationalen Treffen wie dem G-20-Gipfel im September in Indien oder dem Treffen der BRICS-Gruppe im August in Südafrika. In den Emiraten und in Saudi-Arabien muss Putin trotz des gegen ihn vorliegenden Haftbefehls nicht mit einer Festnahme rechnen. Beide Länder sind keine Vertragsparteien des IStGH.

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