Vor zehn Jahren nahm der Wahnsinn seinen Anfang

Jahrestag der blutigen Proteste gegen Russland am Maidan-Platz von Kiew

Viele Ukrainer gedachten am Maidan-Platz der Opfer der pro-westlichen Proteste vor zehn Jahren.
Viele Ukrainer gedachten am Maidan-Platz der Opfer der pro-westlichen Proteste vor zehn Jahren. © AFP/Savilov

Zum zehnten Jahrestag hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj an den blutigen Höhepunkt der gewaltsamen prowestlichen Maidan-Proteste im Zentrum der Hauptstadt Kiew erinnert. „Es ist das Gedenken daran, dass vor zehn Jahren die Ukrainer ein für alle Mal beschlossen haben: Wir wollen und werden nur in einem europäischen Staat leben“, sagte der Staatschef in einer Videobotschaft.

Der Kampf auf den Plätzen und Barrikaden damals werde heute an der Front fortgesetzt, stellte er die Proteste in eine Reihe mit dem von Russland vor dem fast auf den Tag genau vor zwei Jahren begonnenen Krieg gegen die Ukraine.

Gemeinsam mit seiner Frau Olena Selenska stellte er Windlichter an einem Gedenkkreuz neben einer Kapelle unweit des Unabhängigkeitsplatzes in Kiew auf.

Die Maidan-Proteste bildeten den Beginn der in der Ukraine bis heute andauernden Konfrontation zwischen dem Westen und Russland. Im Winter 2013/2014 demonstrierten Zehntausende Ukrainer gegen den Russland freundlichen Präsidenten Viktor Janukowitsch und für eine EU-Annäherung.

Blutiger Protest

Im Zentrum von Kiew existierte für gut drei Monate ein Dauerprotestlager auf dem Unabhängigkeitsplatz (Maidan Nesaleschnosti). Auf dem Höhepunkt der Proteste wurden allein am 20. Februar 2014 etwa vier Dutzend der Demonstranten auf der damaligen Institutsstraße und dem Maidan erschossen. Bei den Protesten wurden auch 17 Polizisten erschossen und Dutzende durch Geschosse verletzt. Präsident Janukowitsch verließ erst Kiew und wenig später die Ukraine und ging ins Exil nach Russland.

Der Sturz von Janukowitsch diente Russland als Vorwand, um anschließend die Schwarzmeer-Halbinsel Krim zu annektieren. In der Ostukraine sagten sich von Moskau unterstützte Separatisten von Kiew los. Der jahrelang andauernde bewaffnete Konflikt in den Gebieten Luhansk und Donezk wurde wiederum vom Kreml als Rechtfertigung für die vor zwei Jahren begonnene Invasion der Ukraine benutzt.

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