Auch Tassilo Wallentin will Bundespräsident werden

Wallentin bestätigte auch Gespräche mit der FPÖ © APA/HELMUT FOHRINGER

Auch der Wiener Anwalt Tassilo Wallentin bewirbt sich um eine Kandidatur für das Amt des Bundespräsidenten. „Ich trete an, um zu gewinnen“, hielt er am Montag bei seinem ersten Medienauftritt im Rahmen der Kampagne fest. Zugleich bestätigte er, dass es auch Gespräche mit der FPÖ gegeben habe, um mit deren Unterstützung als „unabhängiger Kandidat“ ins Rennen zu gehen. Daraus sei jedoch aus inhaltlichen Gründen nichts geworden.

Wallentin, der auch Kolumnist der „Kronen Zeitung“ war, erläuterte zudem die Hintergründe für das mehrseitige Inserat der „Krone Bunt“ am Wochenende. Dieses umfasste auch eine vorgefertigte Unterstützungserklärung. Finanziert hat das Inserat Magna-Gründer Frank Stronach, wie Wallentin berichtete. Dieser habe auch die Gespräche dazu geführt.

Zu den Kosten könne er, Wallentin, nichts näheres sagen. Er gehe jedoch davon aus, „dass das der übliche Inseratenpreis war“. Stronach unterstütze seine Kampagne mit einem niedrigen sechsstelligen Betrag, sagte der Anwalt. „Wir sind nicht mit Millionen zugepflastert.“ Stronach gebe auch keine Inhalte vor, beteuerte er. In sozialen Netzwerken wurde am Nachmittag darüber diskutiert, dass in derselben Ausgabe auch ein umfangreiches Interview mit Frank Stronach abgedruckt war.

Sein Antreten habe er vor kurzer Zeit relativ spontan beschlossen. Nun kämpfe er damit, relativ spät gestartet zu sein. Er und sein Team hätten erkannt: „Da haben wir wirklich ein kommunikatives Problem.“ Dadurch sei man auf die Idee mit dem Inserat gekommen.

Das Abdrucken einer Unterstützungserklärung solle auch dazu dienen, das Prozedere zu erläutern. Denn viele Menschen würden gar nicht wissen, wie dieses funktioniere. Dass man dies nicht schon längst elektronisch erledigen könne, sei ein „absurder Vorgang“, bekrittelte Wallentin.

Über mangelnden Andrang kann sich der Bewerber laut eigenen Angabe nicht beschweren. „Der Zuspruch ist überwältigend.“ Die Anzahl der bereits eingelangte Unterstützungserklärungen könne er noch nicht genau beziffern. Fix sei aber: „Wir sind schon vierstellig.“ Für eine Kandidatur sind 6.000 Unterschriften nötig.

Unklarheit herrschte zunächst darüber, ob C-Quadrat-Chef Alexander Schütz ebenfalls als Spender in Erscheinung treten wird. Es habe zwar Kontakt gegeben, entsprechende Meldungen können er aber derzeit nicht bestätigten, sagte Wallentin in der Pressekonferenz. Am Nachmittag teilte Schütz laut „Standard“ mit, dass keine Zuwendung erfolgt ist: „Aktuell bin ich nicht politisch interessiert und habe auch niemanden in irgendeiner Form unterstützt.“

Mit der FPÖ habe es ebenfalls Kontakt gegeben, erzählte Wallentin. Er halte es nämlich für bedenklich, dass „staatstragende Parteien“ keinen Kandidaten aufstellen. Darum habe er mit der FPÖ gesprochen. „Das ist aus inhaltlichen Gründen gescheitert. Ich sehe mich nicht links und sehe mich nicht rechts.“ Die klassische Parteipolitik werde die Lösungen „nicht bringen“.

„Ich verstehe bis heute nicht, warum ein Sozialdemokrat für Gendern sein muss und für Asylchaos. Ich verstehe auch nicht, warum man als rechts gilt, wenn man Ordnung und Sicherheit auf den Straßen haben will“, so Wallentin. Diese Begriffe seien „überkommen“, die Menschen hätten ein Recht auf vernünftige Politik. „Deswegen war es für mich eigentlich nicht denkbar, mit einer Partei im Rücken zu kandidieren.“

Er wolle jedenfalls nicht weiter dabei zusehen, „wie das Land an die Wand fährt“, betonte Wallentin. Sorgen bereiten dem Rechtsanwalt diverse Krisen, wie er betonte, also etwa „Gaskrise, Migrationskrise und Neutralitätskrise“. Er sprach sich auch gegen die Einrichtung einer EU-Armee aus.

Zur hohen Inflation, so befand er weiters, trage nicht nur der Krieg in der Ukraine, sondern auch die Europäische Zentralbank bei. In der Frage der Sanktionen gegen Russland wäre es jedenfalls nötig gewesen, nicht nur das Parlament, sondern auch den Bundespräsidenten einzubinden.

Davon, die Regierung – die laut Wallentin derzeit nur mehr mit sich selbst beschäftigt ist – bei einer Amtsübernahme sofort zu entlassen, wird er absehen, wie er erläuterte. „Die Mehrheitsverhältnisse habe ich zu akzeptieren.“ In dramatischen Fällen könne er sich aber vorstellen, dem jeweiligen Kanzler eine zeitliche Frist zu geben, um die entsprechenden Probleme zu lösen.

Denn wenn er sehe, dass das Land „vor die Hunde geht“, dürfe man nicht zuschauen. „Ich würde mir den Kanzler holen, und ihm sagen, wollen sie Kanzler bleiben?“ Es brauche einen Bundespräsidenten, der nicht aus dem Polit-Establishment komme, zeigte sich Wallentin überzeugt. Es fehle an „bürgerlich-liberalen Ideen“ im Land.

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