Borealis-Stipendium unterstützt Asylwerber bei Ausbildung

Land OÖ unterstützt Programm zusätzlich mit Deutschkursen und Beratung

LR Hattmannsdorfer und LH Thomas Stelzer im Austausch mit Thomas Gangl (CEO Borealis) und JKU-Rektor Stefan Koch über die MORE-Initiative.
LR Hattmannsdorfer und LH Thomas Stelzer im Austausch mit Thomas Gangl (CEO Borealis) und JKU-Rektor Stefan Koch über die MORE-Initiative. © Land OÖ/Mayrhofer

Deutschkenntnisse sowie Arbeit und Ausbildung sind der Schlüssel, um in Österreich Fuß fassen zu können. Die MORE-Initiative der Johannes Kepler Universität Linz gibt geflüchteten und vertriebenen Personen mit Hochschulberechtigung die Möglichkeit, in Österreich einen akademischen Abschluss zu erlangen.

Jährlich werden so rund 100 Studierende unterstützt und beraten, berichten Landeshauptmann Thomas Stelzer und Integrationslandesrat Wolfgang Hattmannsdorfer (beide ÖVP) am Dienstag. Als eine Säule der Initiative wurde in Kooperation mit Borealis das Borealis-MORE-Stipendienprogramm entwickelt, das durch Borealis finanziert und durch das International Welcome Center an der JKU koordiniert wird.

Aufstiegsversprechen

„Deutschkenntnisse, Ausbildung und Arbeit sind Schlüsselfaktoren, um in unserer Gesellschaft Fuß zu fassen und Voraussetzung für gelungene Integration. Das MORE-Stipendium gibt Asylwerberinnen und Asylwerbern sowie Asylberechtigten mit entsprechenden Qualifikationen die Möglichkeit, ihre Fähigkeiten direkt anzuwenden und somit eine gesellschaftliche Perspektive zu haben“, betont Stelzer.

„In Oberösterreich gilt für Zugewanderte mit Bleibeperspektive ein Aufstiegsversprechen: Wer sich bei uns einbringt und etwas leistet, dem stehen alle Türen offen. Das Borealis-MORE-Stipendium gibt Geflüchteten die Möglichkeit, sich in unsere Gesellschaft einzubringen und somit auch eine Gegenleistung für Schutz und Hilfe zu erbringen. Das kann vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels auch ein Grundstein für eine spätere berufliche Perspektive sein“, ergänzt Hattmannsdorfer.

Das Stipendium ermöglicht geflüchteten Personen, die aus dem Herkunftsland die Voraussetzungen für ein Studium mitbringen, an der JKU weiter zu studieren oder ein Studium zu beginnen. Eine Teilnahme ist sowohl während des Asylverfahrens als auch nach positivem Abschluss des Verfahrens möglich.

„Die JKU sieht Internationalität und kulturelle Diversität als Bereicherung für das Campusleben. Das Borealis-MORE-Stipendium ist ein wichtiger Beitrag, um Studierenden mit Fluchthintergrund eine berufliche und akademische Perspektive in Österreich zu geben“, erklärt JKU-Rektor Stefan Koch.

Leistungsnachweis

Pro Jahr werden 25 Plätze angeboten. Das Borealis-MORE-Stipendium kommt Studierenden mit Fluchthintergrund zu Gute, die ansonsten keine Förderung erhalten würden. Die Förderhöhe variiert in Abhängigkeit vom Asylstatus zwischen 110 und 360 Euro pro Monat.

Neben der finanziellen Förderung wird der Zugang zu universitärer Bildung durch persönliche Beratung unterstützt. Die Empfänger/innen des Stipendiums müssen ein absolviertes Arbeitspensum von 24 ECTS-Punkten pro Jahr nachweisen.

Sonja Falkner-Matzinger, BA MSc., vom JKU International Welcome Center erklärt: „Integration ist ein dynamischer Prozess, der auf mehreren Ebenen und individuell erfolgen muss. Mit der MORE-Initiative unterstützen wir Studierende, wo es erforderlich ist – beim Einstieg oder während des Studiums. Mittlerweile haben einige Studierende ein Diplom- oder Masterstudium abgeschlossen, darunter Abschlüsse in Humanmedizin und Rechtswissenschaften. Die erfolgreichen Absolventinnen und Absolventen sind bereits facheinschlägig berufstätig.“

Mehrheit aus Ukraine uns Syrien

Die Borealis-MORE-Stipendiat/innen studieren vorrangig in den Fächern Artificial Intelligence, Informatik und Medical Engineering. Sie stammen derzeit hauptsächlich aus der Ukraine und Syrien. „Bei Borealis sind wir der Überzeugung, dass eine hochwertige Ausbildung ein wichtiger Beitrag zu einer gelungenen Integration ist. Das MORE-Programm ermöglicht geflüchteten Menschen bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt und hilft ihnen dabei, sozialen Anschluss zu finden. Es freut uns sehr, dass wir bereits so vielen Menschen auf ihrem Lebensweg Unterstützung bieten konnten“, so Borealis-Boss Thomas Gangl.

Zusätzlich unterstützt das Land Oberösterreich Ukrainerinnen und Ukrainer mit Deutschkursen und Fahrtkosten für öffentliche Verkehrsmittel. Abgeschlossene A2-Sprachkenntnisse sind einerseits für einen erleichterten Zugang zum Arbeitsmarkt, andererseits für die Zulassung zu einem deutschsprachigen Studium notwendig.

Das könnte Sie auch interessieren