FPÖ-Abwerzger präferiert derzeit Koalition mit SPÖ

Abwerzger präferiert derzeit SPÖ-Koalition und lobt Doskozil. © APA/FRANZ NEUMAYR

Tirols FPÖ-Obmann Markus Abwerzger würde derzeit eine Koalition der Freiheitlichen mit der SPÖ nach der nächsten Nationalratswahl präferieren. „Eine Koalition mit der Volkspartei ist wegen der Wesensstruktur der Bundes-ÖVP nur schwer vorstellbar“, sagte er im APA-Gespräch. Lob gab es für Burgenlands SPÖ-Landeshauptmann Hans Peter Doskozil. Dieser gehöre zu den „vernünftigeren Kräften innerhalb der SPÖ“, mit ihm an der SPÖ-Spitze wäre eine Zusammenarbeit „durchaus möglich“.

Ebenso für „durchaus möglich“ hielt der Landesparteiobmann, dass sich Doskozil – dem Ambitionen auf die rote Spitzenkandidatur bei der kommenden Wahl nachgesagt werden – sich letztlich gegen Bundesparteivorsitzende Pamela Rendi-Wagner durchsetzen wird. Doskozil stehe der FPÖ vor allem in der Asyl- und Migrationspolitik näher als der „Flügel“ rund um Rendi-Wagner. Aber auch generell sah Abwerzger die SPÖ-Ablehnung einer Zusammenarbeit mit der FPÖ im Schwinden. Die „vernünftigeren Kräfte“ in der Partei hätten „aus der Ausgrenzungsdoktrin des Franz Vranitzky gelernt“. Zudem gebe es mit den Gewerkschaften viel Gemeinsames, auch habe er in Tirol in der Vergangenheit mit SPÖ-Politikern gut zusammengearbeitet.

Sein Vertrauen in die Akteure der Bundes-ÖVP sei hingegen ein sehr geringes, wenngleich man als demokratische Partei eine andere nicht von vornherein kategorisch ausschließen dürfe. Aber mit „Leuten wie Sobotka und Co.“ könne er sich eine Koalition nicht vorstellen.

Indes machte Abwerzger eines klar: Sollte die FPÖ Platz eins erreichen – und man sei auf gutem Weg dorthin – müsse sie auch den Bundeskanzler stellen. Dafür komme nur Bundesparteiobmann Herbert Kickl infrage, der die Partei wieder zu alter Stärke geführt habe. Dieser sei auch ganz klar „der Kanzlerkandidat“ der Partei. Nur einer solchen Konstellation würde der Tiroler Parteichef in den Bundesparteigremien die Zustimmung erteilen, denn: „Wir werden nicht den Zweitplatzierten oder Drittplatzierten der Wahl zum Kanzler machen. Da bin ich absolut dagegen. Es war einer der ganz wenigen Fehler von Jörg Haider, dass er 1999/2000 Wolfgang Schüssel als Dritten zum Kanzler gemacht hat.“ Diesen Fehler werde man nicht wiederholen, dies sehe auch Kickl so.

Unterdessen befürwortete Abwerzger einmal mehr ein Volksbegehren der Freiheitlichen zur Asyl- und Zuwanderungspolitik – und zwar im Herbst diesen Jahres. Man wolle jetzt vor allem der ÖVP „nach den Niederlagen bei den kommenden Landtagswahlen“ noch ein wenig Zeit geben, „umzukehren und Einsicht zu zeigen“ und Positionen zu überdenken. Er glaube aber nicht, dass letzteres passieren werde. Darum trete er für ein solches Volksbegehren ein, so Abwerzger.

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