FPÖ-Landesvize Rabl kandidiert für jüdischen Gedenkverein

Welser Bürgermeister will stellvertretender Vorsitzender der österreichischen „Freunde von Yad Vashem“ werden

Die Gedenkstätte Yad Vashem befindet sich in Jerusalem und ist die offizielle „Gedenkstätte des Holocausts und des Heldenmuts“.
Die Gedenkstätte Yad Vashem befindet sich in Jerusalem und ist die offizielle „Gedenkstätte des Holocausts und des Heldenmuts“. © BMI/Jürgen Makowecz

Eine Kandidatur für den Vorstand der „Österreichischen Freunde von Yad Vashem“ könnte noch für Aufregung sorgen. Auf Platz zwei der Liste findet sich der freiheitliche Bürgermeister von Wels, Andreas Rabl. Er will laut der der APA vorliegenden Liste stellvertretender Vorsitzender werden. Vor ihm befindet sich der rote Bürgermeister von Linz, Klaus Luger. Die „Freunde von Yad Vashem“ sind ein unabhängiger Verein, der Kontakte zur Gedenkstätte in Israel pflegt.

Zwei Gruppierungen kandidieren für die „Freunde von Yad Vashem“, sie haben ihre Wahlvorschläge mit jeweils sechs Kandidaten und Kandidatinnen eingereicht. Darüber entschieden werden soll bei der Generalversammlung am 20. März im Linzer Rathaus.

Politisch besetzt ist dabei eher die zweite Liste, für die nicht nur Luger und Rabl kandidieren. Auch drei weitere SPÖ-Politiker, darunter der oberösterreichische Dritte Landtagspräsident Peter Binder, sind dort vertreten.

In der jüdischen Community kritisch gesehen werden könnte jedenfalls Rabls Kandidatur, werden Kontakte zu den Freiheitlichen doch von der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG) strikt abgelehnt. Rabl selbst gibt sich in seinem Bewerbungsschreiben offen und betont, den Verein schon seit Jahren zu unterstützen. Ihm seien „Zeichen für das Erinnern und gegen das Vergessen ein politisches Anliegen“, schreibt der Welser Bürgermeister etwa zum jährlichen Gedenken in seiner Stadt „an die Gräuel der Reichspogromnacht“.

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