Gleißner ist „Symbolgestalt des Wiederaufbaus in Oberösterreich“

Land Oberösterreich gedachte 130. Geburtstags von Brückenbauer und Langzeit-Landeshauptmann Heinrich Gleißner

An Gleißners Grab am Linzer St. Barbara Friedhof wurde in der Früh von LH Thomas Stelzer und Bischof Manfred Scheuer ein Kranz niedergelegt.
An Gleißners Grab am Linzer St. Barbara Friedhof wurde in der Früh von LH Thomas Stelzer und Bischof Manfred Scheuer ein Kranz niedergelegt. © Land OÖ/Mayrhofer

„Die heutige Stunde des Gedenkens an Heinrich Gleißner ist zu allererst eine Stunde des Dankes. Während seiner 26-jährigen Amtszeit als Landeshauptmann nach 1945 wurde er zum Architekten des modernen Oberösterreich. Er hat die Weichen für ein Oberösterreich gestellt, das heute zu den wirtschaftlich stärksten Regionen Europas gehört“, würdigt Landeshauptmann Thomas Stelzer das politische Gesamtwerk Gleißners.

Vor genau 130 Jahren, am 26. Jänner 1893, wurde Heinrich Gleißner in Linz geboren (mehr dazu auch in der Würdigung von LH a. D. Josef Pühringer unten).

Demokratie gelernt

Er sei eine „Symbolgestalt des Wiederaufbaus“, habe die Geschichte entscheidend geprägt und mitgeschrieben, so LH Stelzer. Und er habe aus der Geschichte gelernt. Im Ständestaat war Gleißner Landesleiter der Vaterländischen Front in Oberösterreich und kurzzeitig Staatssekretär im Kabinett von Engelbert Dollfuß.

Von 1934 bis 1938 war er Landeshauptmann. 1938 abgesetzt und inhaftiert, überlebte er in der Folge die Konzentrationslager Dachau und Buchenwald. Nach dem Krieg, geprägt durch die Erfahrungen in der NS-Zeit, erwarb sich Oberösterreichs längstdienender Landeshauptmann in der Zweiten Republik den Ruf eines aufrechten Demokraten und Brückenbauers zwischen den politischen Lagern — „und er hat die Brücken nicht gebaut, sondern auch geschaut, dass diese begehbar bleiben“, so LH Stelzer. Und Friedrich Gleißner erinnert in einer Videoproduktion, die am Mittwoch ebenfalls gezeigt wurde, wie sein Vater aus dem KZ nach Linz kam und die Kinder in der Früh sah, da habe er zu ihm gesagt, dass man nie jemanden wegen seiner Weltanschauung verurteilen dürfe.

Er habe vorgelebt, dass Demokratie nicht ohne Zusammenhalt gehe. Man müsse nach Differenzen dem anderen ins Auge sehen könnnen. „Das Oberösterreichische Klima hat vieles gelingen lassen, weil keine Kraft im tagtäglichen Gegeneinander verloren gegangen ist. Das ist für uns heute, in einer schwierigen Phase, in der wir mehrfachen Krisen gegenüber stehen, eine wertvolle Handlungsvorlage. Das heißt nicht, dass wir auf Diskussion, auf den Wettbewerb der Ideen verzichten sollen. Demokratie lebt immer von Meinungspluralität. Entscheidend ist aber: Das Gemeinsame muss immer sichtbar bleiben“, betont LH Stelzer.

Permanente Evolution

Auch die frühere Außenministerin und EU-Kommissarin Benita Ferrero-Waldner hielt in ihrer Festrede ein Plädoyer für die Demokratie, gerade Corona habe gezeigt, dass Demokratien auch Krisen besser meistern können als Autokratien, so die ehemalige Diplomatin in Richtung China. Demokratien seien zwar nicht perfekt, aber man könne sie perfektionieren, Demokratie brauche die permanente Evolution.

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