Kurz-Intimus Fleischmann wird ÖVP-Kommunikationsleiter

Gerald Fleischmann ist zurück © APA/GEORG HOCHMUTH

Die ÖVP stellt ihre Kommunikation neu auf und sorgt dabei für eine Überraschung. Denn der enge Weggefährte von Altkanzler Sebastian Kurz, Gerald Fleischmann, kehrt in die Zentrale zurück und übernimmt die Leitung der Medienarbeit. Gegen ihn wird aktuell von der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft in der Umfragen-Affäre ermittelt. Parteichef Karl Nehammer sah in der „ZiB“ Fleischmann als guten Kommunikationsprofi, der zur richtigen Zeit in die ÖVP zurückkehre.

Die Reform sieht vor, dass die Bereiche Presse sowie Social Media & Digitale Kommunikation ausgebaut werden. In einem neuen crossmedialen Newsroom in der Lichtenfelsgasse werden künftig Pressearbeit, digitale Kommunikation und Mitgliederkommunikation gebündelt. Der 49-jährige Burgenländer Fleischmann soll vor allem die strategische Kommunikation der Partei verantworten.

Pressesprecher der Volkspartei und damit Ansprechpartner für Medien bleibt Peter Treml, der diese Funktion seit September des Vorjahres ausübt. Bereichsleiterin für Social Media & Digitale Kommunikation ist seit November dieses Jahres Sophie Valtiner. Büroleiter von Generalsekretär Christian Stocker ist seit November Nikolaus Dorfstetter.

Stocker freute sich in einer Aussendung über die Neuaufstellung. Fleischmann sei ein „absoluter Vollprofi“ und genauso wie Valtiner und Dorfstetter ein Gewinn für die Volkspartei. Mit seiner langjährigen Erfahrung werde er die Kommunikation der Volkspartei auf neue Beine stellen.

Fleischmann war für die Volkspartei schon auf verschiedensten Ebenen tätig, unter anderem als Pressesprecher der niederösterreichischen ÖVP und ab 2007 der Bundespartei. Später war er unter Justizministerin Claudia Bandion-Ortner tätig, ehe er zu Sebastian Kurz ins Integrationsstaatssekretariat wechselte. Ihn begleitete Fleischmann bis ins Kanzleramt, wo er unter anderem stellvertretender Kabinettschef und Medienbeauftragter war. Einer breiteren Öffentlichkeit wurde er als Moderator der praktisch täglichen Pressekonferenzen zur Beginn der Corona-Krise bekannt. Zuletzt war Fleischmann im ÖVP-Parlamentsklub aktiv.

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Aus der FPÖ hagelte es Kritik an Fleischmanns politischem Comeback. Für den freiheitlichen Fraktionsführer im aktuellen U-Ausschuss Christian Hafenecker ist die Bestellung ein weiterer Offenbarungseid dafür, dass die ÖVP über keinerlei Fähigkeit zur Selbstreinigung verfüge.

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