Lehrer nur noch für freiwillige vorwissenschaftliche Arbeit

Stattdessen sollte es ein zusätzliches frei wählbares Prüfungsfach bei der Matura geben

Matura / Lampen / Konzept

Standesvertreter der AHS-Lehrer fordern ein Aus für die verpflichtende vorwissenschaftliche Arbeit (VWA) bei der Matura. Neben sozialer Ungerechtigkeit führen Österreichische Professorenunion (ÖPU) und Christgewerkschafter (FCG) in einer Aussendung auch die Einsatzmöglichkeiten der Künstlichen Intelligenz (KI) als Grund dafür an. Stattdessen soll die VWA nur freiwillig geschrieben werden bzw. durch eine zusätzlich wählbare Prüfung ersetzt werden können.

Derzeit ist die Matura an den AHS auf drei Säulen aufgebaut: Schülerinnen und Schüler müssen drei oder vier schriftliche Klausuren bzw. je nach Anzahl der gewählten schriftlichen Fächer zwei oder drei mündliche Prüfungen absolvieren sowie eben eine VWA schreiben und präsentieren.

Die VWA ist dabei an kein Fach gebunden und soll auf die Hochschulen vorbereiten — etwa indem angehende Maturanten lernen, Fragen zu einem Inhalt zu formulieren, zu recherchieren, mit Quellen und Sekundärliteratur zu arbeiten, Zitierregeln anzuwenden und Inhalte zu präsentieren.

Das Thema wird im Einvernehmen mit dem betreuenden Lehrer im ersten Semester der siebenten Klasse festgelegt, die Arbeit muss dann am Ende der ersten Unterrichtswoche des zweiten Semesters der achten Klasse abgegeben und später mündlich präsentiert werden. Vorgesehen ist von Beginn weg eine Dokumentation der Arbeitsschritte durch den Schüler und die Führung eines „Betreuungsprotokolls“ durch die Lehrkräfte.

Der mögliche Einsatz von KI fordere aber eine noch intensivere Begleitung, „die Lehrerer zusätzlich zum Unterricht überlastet, noch dazu in Zeiten eines Lehrermangels“, argumentieren ÖPU-Vorsitzende Eva Teimel und FCG/AHS-Vorsitzender Weiß. Darüber hinaus sei die VWA die „sozial ungerechteste Säule“ der Matura — Jugendliche aus bildungsferneren Haushalten können auf weniger Unterstützung zählen.

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