Lockdowns reduzierten Krankenstände

Im Schnitt war 2020 jeder Unselbstständige 12,7 Tage krank gemeldet

Die durch die Corona-Pandemie verursachten Lockdowns haben im Vorjahr die Zahl der Krankenstände reduziert. Die unselbstständig Beschäftigten verbrachten 2020 durchschnittlich 12,7 Tage im Krankenstand, um 4,2 Prozent weniger als 2019 (13,3 Tage). Das geht aus dem „Fehlzeitenreport“ hervor, den das Institut für Wirtschaftsforschung im Auftrag des Dachverbandes der Sozialversicherungsträger, der Wirtschafts- und der Arbeiterkammer erstellt hat.

Die Entwicklung der Krankenstände war von der Covid-19-Pandemie geprägt, heißt es darin. Beschäftigte, die durch die Lockdown-Maßnahmen längere Zeit ihrer Tätigkeit nicht nachgehen konnten, waren berufsbedingt einem geringeren Infektions- und Unfallrisiko ausgesetzt. Unternehmen im aufrechten Betrieb schützten ihre Beschäftigten mit Hygienekonzepten, Maskenpflicht, veränderten Arbeitsabläufen und kurzfristigen Homeoffice-Lösungen vor einer Infektion. Darüber hinaus wurde versucht, wirtschaftliche Einbußen durch Kurzarbeit zu überbrücken und die Beschäftigten in den Betrieben zu halten. All diese Maßnahmen hatten Einfluss auf das Krankheitsgeschehen. Mit den generellen Kontaktbeschränkungen, den Hygienemaßnahmen und der räumlichen Distanzierung wurde die Krankheitslast insgesamt reduziert, lautet das Resümee des Reports.

Zugenommen hat wieder die Zahl der psychischen Erkrankungen. 2019 und 2020 gab es einen Anstieg um je rund 8,5 Prozent auf aktuell rund 90.000 Personen, die jährlich eine von der Krankenversicherung (voll) finanzierte Psychotherapie in Anspruch nahmen.

Die Vorsitzende des Dachverbandes, Ingrid Reischl, führte den Rückgang bei den Krankenständen auch darauf zurück, dass sich viele Arbeitnehmer im Homeoffice nicht krank melden, obwohl sie krank sind. Für Rolf Gleißner, Leiter der Abteilung für Sozialpolitik und Gesundheit in der Wirtschaftskammer, ist das Corona-Jahr 2020 schwer mit anderen Jahren vergleichbar, jedenfalls „setzte sich der erfreuliche rückläufige Trend bei den Krankenstandstagen fort“.

Kein Missbrauch

Video
Ich möchte eingebundene Social Media Inhalte sehen. Hierbei werden personenbezogene Daten (IP-Adresse o.ä.) übertragen. Diese Einstellung kann jederzeit mit Wirkung für die Zukunft in der Datenschutzerklärung oder unter dem Menüpunkt Cookies geändert werden.

Für ÖGK-Obmann Andreas Huss zeigt der Fehlzeitenreport auch einen verantwortungsvollen Umgang der Versicherten mit der telefonischen Krankmeldung. Ein allenthalben befürchteter Missbrauch sei in dem Report nicht erkennbar.

Das könnte Sie auch interessieren

Wie ist Ihre Meinung?

Um Ihre Meinung zu posten, müssen Sie bei Facebook registriert und angemeldet sein.

Social Media Inhalt
Ich möchte eingebundene Social Media Inhalte sehen. Hierbei werden personenbezogene Daten (IP-Adresse o.ä.) übertragen. Diese Einstellung kann jederzeit mit Wirkung für die Zukunft in der Datenschutzerklärung oder unter dem Menüpunkt Cookies geändert werden.