Aus einer Kaserne wird ein neues Sicherheitszentrum

Karner konzentriert Polizei © APA/HANS KLAUS TECHT

Der Ministerrat hat am Mittwoch den Weg zum neuen Sicherheitszentrum der Exekutive geebnet. Der Beschluss ermöglicht den Bau einer Einrichtung im zwölften Wiener Gemeindebezirk, aktuell genannt „Kaserne Meidling“, wie Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) im Pressefoyer nach der Regierungssitzung kundtat. Das Sicherheitszentrum wird große Einheiten wie die Direktion Staatsschutz Nachrichtendienste und das Bundeskriminalamt beheimaten.

Dazu kommen noch etwa das Bundesamt für Korruptionsprävention und -bekämpfung, die Direktion digitale Services, die Cobra Wien und Einheiten zur Bekämpfung der Cyberkriminalität. Etabliert wird an dem Standort auch ein Betriebskindergarten. Durch das Sicherheitszentrum wird aus fünf Standorten einer, zeigte sich Karner erfreut. So werde man effizienter und schlagkräftiger.

Bis zur Realisierung wird es noch dauern. Der Baubeginn ist laut dem Innenminister mit 2025 anvisiert. Die Umsetzung wird dann sechs bis sieben Jahre dauern, der Einzug soll in Etappen erfolgen. Der Dank Karners galt neben der Stadt Wien auch dem Verteidigungsministerium. Denn das Sicherheitszentrum kann an dem Standort in Meidling nur durch eine Umstrukturierung der Bundesheer-Objekte entstehen.

Beschlossen wurde heute im Wesentlichen, dass das Verteidigungsministerium das entsprechende Areal an die Bundesimmobiliengesellschaft abgeben kann. Diese wiederum vermietet dann an das Innenministerium. Damit steht der Realisierung nichts mehr im Weg.

Konkret geht es um den militärischen Teil der „Meidlinger Kaserne“, auch Kommandogebäude Heckenast Burian genannt. Insgesamt sollen vier Hektar Fläche der Kaserne, die nicht mehr für die ureigenen militärischen Zwecke benötigt werden, an die Bundesimmobiliengesellschaft verkauft werden. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesheeres wurden laut Verteidigungsministerium vorab von diesem Vorhaben informiert und werden mit Ende des Jahres 2024 an neue Standorte übersiedeln.

Mit dem Erlös sollen weitere Standorte in Wien modernisiert werden, erklärte Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) in einer Aussendung. Insgesamt 47,7 Millionen Euro, die durch den Verkauf zusätzlich zur Verfügung stehen, werden im Rahmen des „Aufbauplanes 2032“ in künftige Infrastrukturplanungen miteinfließen und für andere Bundesheer-Liegenschaften genutzt. Unter anderem wird in die Unterkunftsgebäude der Maria Theresien Kaserne, in die Modernisierung des Heeresspitals in der Van-Swieten-Kaserne sowie für den Neubau der Heereslogistik Schule in der Vega-Payer-Weyprecht-Kaserne investiert.

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