Unsichere Gemeinde-Budgets

Corona-Virus stoppte Landflucht und brachte sogar die Stadtflucht

Landesrätin Michaela Langer-Weninger
Landesrätin Michaela Langer-Weninger © Land OÖ/Gerstmair

Derzeit werden in den Amtsstuben die Budgets finalisiert, die in den kommenden Tagen in den Gemeinderäten beschlossen werden müssen. „2021 werden wir einigermaßen über die Bühne bekommen, aber 2022 wird nicht einfach“, erklärte gestern dazu Gemeindebundpräsident Hans Hingsamer. Denn es gebe viele Unsicherheiten, so ist etwa in den Prognosen der aktuelle Lockdown nicht einkalkuliert. Corona bringe leider enorme Mehrkosten und lässt die Einnahmen sinken, so Hingsamer. Positiv sei, dass die Wirtschaft gut angesprungen sein, aber auch dabei gibt es einen Wermutstropfen: Der Baukostenindex steigt derzeit enorm und die jeweiligen Finanzierungspläne werden dadurch gesprengt. Die neue Gemeindefinanzierung habe sich zwar grundsätzlich bewährt, aber vielerorts seien nun die Rücklagen aufgebraucht.

Die zuständige Gemeindelandesrätin Michaela Langer-Weninger hat bereits eine Evaluierung in Auftrag gegeben, bis zum Sommer solle dies abgeschlossen werden, damit die Gemeinden für 2023 mit den adaptierten Plänen arbeiten können.

Aber Corona brachte auch andere Trends: Die Landflucht, seit Jahrzehnten das Synonym für die Probleme und Schwächung des ländlichen Raums, ist in Oberösterreich seit dem Beginn der Corona-Krise kein Thema mehr. Ganz im Gegenteil. „Für unsere Landgemeinden bringt die einsetzende Stadtflucht klare Vorteile, aber auch komplexe Fragestellungen und Aufgaben mit sich“, so Langer-Weninger.

Breitband notwendig

Corona war aber ein Booster für die Digitalisierung. Fast 40 Prozent der unselbstständig Beschäftigten haben in der Pandemie Erfahrungen mit Homeoffice gemacht, 90 Prozent davon waren zufrieden damit. Homeoffice ist hier, um zu bleiben, am ehesten in einer Kombination mit Bürotagen. „Das Thema Homeoffice ist eng mit dem Breitbandausbau verbunden. Im Landesbudget 2022 ist daher auch eine kräftige Steigerung der diesbezüglichen Ausgaben vorgesehen, um in den ländlichen Regionen noch stärker voranzukommen“, so Langer-Weninger.

Neben dem Breitband gehöre aber auch die Bereitstellung der Kinderbetreuung und der Pflege zu den Hausaufgaben der Gemeinden. Und da sei Corona ein Elchtest gewesen. Die Gemeinden haben unbürokratische Hilfe und Unterstützung vor Ort organisiert und damit weiter an Vertrauen gewonnen, so Präsident Hingsamer. Und die Bürgermeister können auch mithelfen, den beobachtbaren Spalt in der Gesellschaft zu überwinden.

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