Zehn JKU-Medizinplätze für künftige „OÖ-Ärzte“ reserviert

Kandidaten müssen nach Studium zehn Jahre in Oberösterreich arbeiten

Landeshauptmann Thomas Stelzer, Gesundheitsreferentin LH-Stv. Christine Haberlander und der Rektor der Johannes Kepler Uni, Stefan Koch (l.), präsentierten Dienstagvormittag die Details zur Widmung der zehn Medizinstudienplätze.
Landeshauptmann Thomas Stelzer, Gesundheitsreferentin LH-Stv. Christine Haberlander und der Rektor der Johannes Kepler Uni, Stefan Koch (l.), präsentierten Dienstagvormittag die Details zur Widmung der zehn Medizinstudienplätze. © Land OÖ/Antonio Bayer

Für kommendes Wintersemester sind in Österreich 85 Medizin-Studienplätze im öffentlichen Interesse gewidmet. Zehn davon erhält das Land Oberösterreich. „Die Reservierung der zehn Studienplätze ist ein erster Schritt in die richtige Richtung, um die medizinische Versorgung auf dem Spitzenniveau, das wir bereits erreicht haben, auch weiterhin aufrechterhalten zu können“, freut sich LH Thomas Stelzer.

Und Gesundheitsreferentin LH-Stv. Christine Haberlander ergänzt: „Mit dieser Regelung können wir die Interessen der Studierenden und die Notwendigkeiten der Krankenhäuser zusammenbringen. Außerdem ist es zum ersten Mal möglich, umfassend und tatsächlich das ehrenamtliche Engagement und die sozialen Kompetenzen der Bewerberinnen und Bewerber zu berücksichtigen.“

Man werde schon bei der Anmeldung zum MedAT — zwischen 1. März und 29. März ist eine solche möglich — auf dieses Modell gezielt hinweisen, so JKU-Rektor Stefan Koch, der auch stolz ist auf die Erfolgsstory Med-Fakultät. Am 1. Oktober 2014 haben die ersten 60 Studenten begonnen, im Herbst werden 320 Studienplätze neu vergeben. Auf einen Studienplatz kommen allerdings derzeit mehr als sechs Bewerbungen. Doch durch für Personen, die sich für einen „gewidmeten“ Platz interessieren, erhöhen sich die Chancen.

Konkret können Interessenten — also junge Menschen, die heuer ein Medizinstudium an der JKU beginnen wollen — sich entweder beim Land für den öffentlichen Gesundheitsdienst (Amtsarzt) oder bei der oö. Gesundheitsholding für Spitalsarztstellen der Fachrichtungen Strahlentherapie, Pathologie, Psychiatrie und Kinderpsychiatrie bewerben. Sie werden dann von einem Gremium ausgewählt und gereiht.

Entscheidend für den Studienplatz sei dann das Ergebnis vom Medizinischen Aufnahmetests (MedAT) in diesem Jahr, bei dem man mindestens 75 Prozent der Punkte erreicht werden muss. Wer einen der zehn gewidmeten Studienplätze erhält, werde dann beim Land bzw. der Gesundheitsholding ab dem ersten Semester angestellt und bekomme während des Studiums 14 Mal im Jahr 1.000 Euro. Man muss allerdings nach seinem Studium zehn Jahre als Amtsarzt oder in einem OÖG-Spital arbeiten.

Für die neue Regelung gibt es durchwegs Lob. „Wir begrüßen, dass das Heimatstipendium für Medizinstudenten nun endlich eingeführt wird“, erklärt etwa FPÖ-Klubobmann Herwig Mahr. Für SPÖ-Gesundheitssprecher Peter Binder ist es ein erster Schritt, er sieht aber weiteren Handlungsbedarf — vor allem beim Bund. Lob für Oberösterreich kommt von Ärztekammerpräsident Peter Niedermoser: „Diese Initiative unterscheidet sich sehr positiv von Vorschlägen, wie etwa jenem der ÖGK und anderen.“

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