„Politisch motivierter Frontalangriff“

Bgm. Krapf erleichtert über die Einstellung der Ermittlungen gegen ihn

Stadtchef Krapf (r.) und Anwalt Mizelli gingen an die Öffentlichkeit, denn „die Gmundner haben ein Recht darauf zu wissen, was aus der Anzeige geworden ist“.
Stadtchef Krapf (r.) und Anwalt Mizelli gingen an die Öffentlichkeit, denn „die Gmundner haben ein Recht darauf zu wissen, was aus der Anzeige geworden ist“. © Stadt/Aigner

„Mir zu unterstellen, ich hätte die Stadt wissentlich geschädigt, hat mich sehr getroffen“, resümiert der Gmundner Bürgermeister Stefan Krapf (ÖVP) die Causa „Orther Stub’n“. Wie berichtet war vom Obmann des Prüfungsausschusses, dem Grün-Politiker Josef Sperrer, im Zusammenhang mit der Neuverpachtung die Staatsanwaltschaft eingeschaltet worden. Deren Ermittlungen lauteten auf Verdacht der Untreue, doch, so hat es Krapf nun amtlich: „Weder ein Befugnismissbrauch noch Vermögensschädigung war erweislich“, teilte die Staatsanwaltschaft mit, die Ermittlungen seien eingestellt. Die Verdachtsmomente Amtsmissbrauch und Amtsanmaßung habe die Staatsanwaltschaft von vornherein fallen gelassen, betonten Krapf und sein Anwalt Christoph Mizelli gestern in einer Pressekonferenz.

So sehr sich der Bürgermeister über die Einstellung der Ermittlungen erleichtert zeigte, so sehr wurmt ihn der Gang Sperrers zur Staatsanwaltschaft: „Das war politisch und menschlich nicht in Ordnung.“ Erstens habe es ohnehin eine entlastende Expertise des Rechtsausschusses gegeben, und zweitens habe ihn der Obmann des Prüfungsausschusses über seinen Schritt nicht einmal informiert. „Enttäuscht und empört“ sei er über diesen wohl „politisch motivierten Frontalangriff gegen meine Person“, so Krapf, der sich von Sperrer eine „klare, deutliche Reaktion“ erwartet. Und: Dieser solle das „wichtige Instrument Prüfungsausschuss objektiv führen und nicht für die politische Agitation gegen den Bürgermeister missbrauchen“. Weil er keinen „politischen Kleinkrieg“ wolle, wird Krapf gegen den Grünen aber keine Anzeige wegen des Verdachts der Verleumdung einbringen.

Sperrer sieht die Sache anders: Nun herrsche „Rechtssicherheit“, das Thema sei damit abgeschlossen. Gefragt nach seinem Verhältnis zum Bürgermeister meinte Sperrer gegenüber dem VOLKSBLATT, „wir sind uns nicht Feind“. Ein klares „Nein“ kommt auf die Frage, ob er für sich politische Konsequenzen zu ziehen habe. Der Gang zur Staatsanwaltschaft „war meine Pflicht“.

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