Polizei klärt Einbruchsserien mit 75 Taten: 20 Täter in Haft

Fünf Gruppen aus Ex-Jugoslawien und Georgien — 700.000 Euro Schaden bei Wohnhaus- und Wohnungseinbrüchen — Pilsl: „Herausragender Erfolg“

Von Renate Enöckl

LINZ — Einen „herausragenden Erfolg gegen die Einbruchskriminalität“ hat Oberösterreichs Exekutive laut Landespolizeidirektor Andreas Pilsl erzielt. In den vergangenen Monaten wurden fünf Banden gesprengt und dabei 20 Personen verhaftet, die für mindestens 75 Einbrüche mit einem Schaden von 700.000 Euro verantwortlich zeichnen. Tatorte waren Einfamilienhäuser und Wohnungen im Großraum Linz und entlang der Hauptverkehrsrouten. Die Gruppen kommen aus dem Kosovo und Serben, aus Nordmazedonien und aus Georgien.

Die ausländischen Täter reisten für ihre Coups jeweils extra nach Oberösterreich, lebten hierzulande bei „hilfreichen“ Bekannten als so genannte U-Boote. Teilweise waren sie extrem mobil, fuhren kilometerweit, um die Tatorte auszukundschaften, wie Chefermittler Rudolf Frühwirth vom Landeskriminalamt (LKA) betont. Abgesehen hatten sie es auf alles Wertvolle: Bargeld, Schmuck, Uhren, etc.

Mit der Verhaftung der 20 Männer geht die Polizei davon aus, auch die Strippenzieher gefasst zu haben. Allerdings sei davon auszugehen, dass nicht alle Bandenmitgliedern das Handwerk gelegt werden konnte.

Erste „Temporäre Gruppe“

Den Erfolg konnte die Polizei einfahren, nachdem erstmals eine „Temporäre Diebstahlsgruppe“ zum Einsatz gekommen ist, so LKA-Chef Gottfried Mitterlehner. Diese setzte sich aus Kräften einzelner Bezirke (Wels-Land, Ried, Linz, Vöcklabruck) und dem LKA zusammen. Die Beamten arbeiteten dabei auch intensiv mit Dienststellen in halb Europa zusammen, reisten teilweise sogar in die Herkunftsländer der Täter. Dass die Aktion Erfolg hatte, zeigt die Statistik: Die Zahl der Wohnungseinbrüche hat sich heuer um ein Drittel reduziert.

Die Polizei rät aber weiter zur Vorsicht. „Man sollte immer den Anschein wahren, dass jemand daheim ist“, so Frühwirth. Ob Alarmanlage, TV-Simulator, etc. – jede Maßnahme ist wichtig und richtig, denn, „die Täter gehen zu über 90 Prozent den leichteren Weg“, so Frühwirth.

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