Polizeischüler kehren am 18. Mai großteils in die Schule zurück

Ab Montag kehren rund 700.000 Schüler in ihre Klassenzimmer zurück. Analog dazu wird auch der Großteil der Polizeischüler wieder in den Ausbildungsbetrieb zurückkehren. Auch hier werden die Klassen geteilt und es findet abwechselnd Präsenz-und Fernlehre statt.

Von den rund 3.600 Polizeischülern unterstützten während der Coronakrise 1.600 die Landespolizeidirektionen (LPDs) im Exekutivdienst.

Die übrigen 2.000 Polizeischüler befanden sich noch im ersten Ausbildungsabschnitt, haben also das erste Berufspraktikum noch nicht absolviert. Sie wurden zum Teil als Unterstützung in den Stäben des Innenministeriums (BMI) und der LPD als Call-Center-Agents für die Hotlines oder als Unterstützung im Ressourcenmanagement eingesetzt.

Außerdem wurden sie wie andere Schüler teilweise in der Fernlehre sowie unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen in Kleingruppen im Einsatztraining weiter unterrichtet. Auch die Polizeilehrer unterstützten die Einsatzkräfte in unterschiedlichsten Funktionen, sofern sie nicht ohnehin die Klassen in der Fernlehre bzw. im Einsatztraining weiter unterrichteten, hieß es aus dem Innenministerium.

Das Ministerium betonte, dass durch die kontinuierliche Ausbildung in der Fernlehre in Verbindung mit Praktikumsverschiebungen sichergestellt wird, dass alle Lehrgänge ihre Polizeigrundausbildung nach den vorgesehenen 24 Monaten pünktlich abschließen. Bereits seit 4. Mai erfolgt die sukzessive Rückführung der Grundausbildungslehrgänge in den Regelbetrieb.

Im Fokus standen zunächst vor allem jene Lehrgänge, die im Juni regulär ihr Berufspraktikum antreten, sowie jene Lehrgänge des ersten Ausbildungsabschnitts, die anstatt der Fernlehre eine Landespolizeidirektion oder das BMI unterstützt haben.

Der zweite Schritt erfolgt am 18. Mai mit der generellen Aufnahme des Ausbildungsbetriebs in Halbklassen für alle im ersten Ausbildungsabschnitt befindlichen Lehrgänge. Mit 1. Juni werden als letzte Stufe die im dritten Ausbildungsabschnitt (Vertiefung, Reflexion) befindlichen Lehrgänge in den Unterricht eingegliedert, die aufgrund ihres Ausbildungsstandes die Landespolizeidirektionen bereits im Exekutivdienst unterstützen.

Für den Präsenzunterricht in Halbklassen gelten besondere Sicherheitsbestimmungen wie insbesondere regelmäßige Desinfektionsmaßnahmen, Klassenteilung, Abstandsregelungen, Tragen eines Mund- und Nasenschutzes am gesamten Gelände (ausgenommen im Unterricht bei Gewährleistung des Sicherheitsabstandes von 1,5 Metern), darüber hinaus unterrichtsbezogenes Tragen von Einweghandschuhen, Einsatztraining ohne Techniken mit Körperkontakt und gestaffelte Unterrichtszeiten, um die Kontaktzonen beim Betreten und Verlassen des Geländes sowie in den Umkleidebereichen zu minimieren, betonte das Innenministerium.

Änderungen gibt es im heurigen Coronakrisen-Jahr auch bei der Bewerbung bzw. Aufnahme von Polizisten. Für den ersten Zyklus von 20. Jänner bis 20. Februar gab es 1.467 Bewerbungen.

Da ab Mitte März die Testungen ausgesetzt wurden, verschiebt sich der Aufnahmetermin hier von Juni auf September. Die für das Frühjahr vorgesehen Aufnahmen (Bewerbungszeitraum 1. Oktober 2019 – 31. Oktober 2019) – 283 Polizei + 29 für Fremden und -grenzpolizeilichen Bereich – wurden noch durchgeführt.

Bereits seit 6. März findet das Auswahlverfahren statt. Hier wird an zwei Testtagen unter anderem die psychologische Eignungsdiagnostik, die ärztliche Untersuchung oder auch der Sporttest durchgeführt.

Seit 1. Mai läuft die aktuelle Ausschreibung, bis 31. Mai können sich Interessierte bewerben. Sie sollen ab Juni parallel zu den Bewerbern vom Jahresanfang getestet werden, die Bewertung erfolgt jedoch gesondert. Somit wird es zwei getrennte Rankings geben, obwohl Bewerber beider Termine im September starten.

In Zusammenarbeit mit dem Bildungsexperten Daniel Landau wird die Rolle der Polizei zwischen 1938 und 1945 thematisiert in der Ausbildung künftig thematisiert. Die klare Zuschreibung von Werten und Kompetenzen gehört laut Ministerium zur modernen Berufsausbildung für Polizisten.

Dazu gehört auch der Unterrichtsgegenstand Berufsethik und Gesellschaftslehre, der der Auseinandersetzung mit gesellschaftlich relevanten Themen und deren kritischer Reflexion dient. „Ausbildungsinhalte müssen in periodischen Abständen mit Distanz betrachtet werden. Es ist daher wichtig, auch die Expertise von Menschen außerhalb der Organisation zu haben und Ausbildung somit zeitgemäß zu gestalten“, sagte Innenminister Karl Nehammer (ÖVP).

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