Fünf Polizisten bei Kindesabnahme-Einsatz in Wien verletzt

Eine Kindesabnahme in Wien-Döbling ist am Freitagnachmittag völlig eskaliert: Der Vater lenkte zuerst sein Auto in einen Einsatzwagen der Polizei, auf der Flucht fuhr er auf Polizisten los. Fünf Beamte erlitten Verletzungen, sagte Polizeisprecher Daniel Fürst der APA. Erst nach drei Schüssen aus Polizeidienstwaffen – der letzte davon ins Fahrzeug des 31-Jährigen abgefeuert – wurde er gestoppt und festgenommen.

Die Polizei war von Mitarbeitern des Magistrats um einen Assistenzdienst bei einer Kindesabnahme ersucht worden. Einem Paar, das in einem Wohnheim in Unterdöbling lebt, sollten die drei Kinder entzogen werden, die Gründe dafür waren zunächst nicht bekannt. Weil die Familie einen Hund besitzt, war auch eine Polizeidiensthundeeinheit dabei.

„Während der Kindesabnahme verließ der Vater, der aus der Dominikanischen Republik stammt, freiwillig die Wohnung und begab sich zu seinem in unmittelbarer Nähe parkenden Fahrzeug“, sagte der Sprecher. Als die Kinder kurz darauf aus dem Haus und mit einem Fahrzeug weggebracht wurden, „fuhr der 31-Jährige plötzlich los“, beschädigte ein abgestelltes Einsatzfahrzeug – den „Tasso“ der Diensthundeeinheit – und verletzte zwei Polizisten.

Ein Polizeidiensthundeführer postierte sich darauf vor das Fahrzeug des Mannes, um ihn zu stoppen. Der Beschuldigte aber stieg aufs Gas und fuhr den Beamten an, der laut Fürst mehrere Meter weit auf der Motorhaube mitgeschleift wurde. Einer der Polizisten gab einen Warnschuss ab. Der Wagen des 31-Jährigen raste über eine rote Ampel davon.

Auf der Währinger Straße erkannten andere Polizisten das Fahrzeug. Drei Beamte wollten ihn auf der Fahrbahn mit gezogener Waffe anhalten. Der 31-Jährige stoppte laut dem Sprecher kurz, beschleunigte dann aber wieder und fuhr die beiden Polizisten an, die vor seinem Auto gestanden waren. Die Beamten klammerten sich an Motorhaube und Dachfenster fest, um nicht überfahren zu werden.

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Der dritte Polizist, der neben dem Auto postiert gewesen war, gab angesichts der Lebensgefahr, in der sich seine Kollegen befanden, einen Schuss auf den Pkw ab. Aber erst, nachdem ein dritter Schuss gefallen war, hielt der Wagen an: Einer der mitgeschleiften Polizisten gab von der Motorhaube des Fluchtwagens aus einen Schuss durch das geöffnete Panoramafenster ab. Der 31-Jährige habe danach noch vehement Widerstand gegen seine Festnahme geleistet, hieß es.

„Insgesamt wurden bei dem Einsatz fünf Polizisten verletzt“, sagte Fürst. Wie schwer und welcher Art die Verletzungen sind, blieb zunächst unklar. Die Kinder des Mannes kamen wie ursprünglich geplant in die Obhut des Jugendamts. Details wie das Alter der Minderjährigen lagen noch nicht vor.

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