Polizistentrick: Zwei Frauen bei Geldübergabe in Salzburg verhaftet

Die Polizei hat in der Vorwoche in der Stadt Salzburg zwei Frauen festgenommen, die gemeinsam mit Komplizen für eine Reihe schwerer Betrügereien verantwortlich sein könnten.

Ein aufmerksamer Angehöriger einer 84-jährigen Pensionistin hatte vor einer Geldübergabe an falsche Polizisten Alarm geschlagen. Beim Aushändigen der Summe am 7. Mai klickten für die beiden Verdächtigen die Handschellen.

Einem männlichen Mittäter gelang allerdings die Flucht. Wie die Polizei am Mittwoch berichtete, ist es in den vergangenen Monaten und Wochen in Salzburg vermehrt zu Anrufen durch vermeintliche Kriminalpolizisten gekommen.

Diese kontaktierten vorwiegend betagte Personen und gaben vor, dass in deren näheren Umgebung ein Einbruch verübt worden sei. Dabei habe man mehrere Täter festgenommen und bei diesen ein Schriftstück mit Namen und Adresse des nunmehrigen Opfers gefunden.

Da nicht auszuschließen sei, dass weitere flüchtige Täter einen Einbruch durchführen werden, boten die falschen Ermittler ihre Hilfe an. Die vermeintlichen Beamten stellten sich höflich als Herr „Stefan Burg“ und als Einsatzleiter „Herr Heinzmann“ vor und sprachen stets korrektes Hochdeutsch. Sie kontaktierten in der Folge ihre Opfer oft mehrfach täglich und erschlichen sich so das Vertrauen der Personen.

Nach einiger Zeit wurden die betagten Opfer aufgefordert, Wertgegenstände oder ihr gesamtes Erspartes an die Kriminalpolizei zu übergeben. Das Geld sei auf der Bank nicht sicher, es gäbe die Möglichkeit der Verwahrung durch die Polizei oder Staatsanwaltschaft.

Mit der Masche wurden zuletzt Mitte April einer 91-jährigen Frau im Flachgau 38.000 Euro herausgelockt. Die Pensionistin wurde damals angewiesen, das Geld unter der Mülltonne eines Nachbarn zu deponieren, wo es unbemerkt abgeholt wurde.

Die Kriminalpolizei glaubt, dass in diesem Fall die gleichen Täter wie bei der nun gescheiterten Übergabe am Werk waren – auch aufgrund der verwendeten Alias-Namen. Parallel dazu könnten die Frauen und ihre Komplizen für eine ganze Reihe von Betrugsfällen in Oberösterreich verantwortlich sein.

Die zwei Verdächtigen – eine 26-jährige und eine 27-jährige Oberösterreicherin mit türkischem Migrationshintergrund – wurden in die Justizanstalt Salzburg überstellt. Die Ermittlungen laufen.

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