Porsche 911 Carrera Coupé – Genau mein Typ

Unterwegs mit dem Porsche 911 Carrera in der mittlerweile achten Generation.

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Sozialpsychologen der London School of Economics and Political Science haben sieben Typen von Persönlichkeiten definiert, mit denen man es im Straßenverkehr zu tun hat: „Belehrer“, „Besserwisser“, „Wettkämpfer“, „Bestrafer“, „Philosoph“, „Vermeider“ und „Aussteiger“.

Deren Begegnung mit einem nagelneuen Porsche 911 – den es mittlerweile in der achten Generation gibt – fällt dann auch recht unterschiedlich aus.

Der „Wettkämpfer“, vielleicht im Golf GTI oder 3er-BMW unterwegs, versucht, den 911er krampfhaft zu überholen. Die denken sich wohl: „Was macht der im sauteuren Porsche da auf der linken Spur auf der Stadtautobahn? Da ist ein 80er und er überholt mit Tempo 82 den LKW? Gib Gummi, Oida!“

Typenschein

Porsche 911 Carrera Coupé

Preis: ab € 127.956,- inkl. Steuern und Abgaben; Testwagenpreis € 138.162,26 unter anderem inklusive 90-Liter-Kraftstofftank € 234,52, elektrisch anklappbare Außenspiegel € 416,13, DAB-Tuner € 584,87, LED-Hauptscheinwerfer € 1212,64, ParkAssistent inklusive Rückfahrkamera € 805,09, Raucherpaket € 65,78, Sitzheizung € 599,17, Sport Chrono Paket € 2858,57, beheizbares Sportlenkrad € 328,90 und elektrisch einstellbare Sportsitze € 986,70; einen Porsche 911 Carrera gibt es ab € 127.956,-
NoVA/Steuer: 18 %/ € 2669,76 jährlich
Garantie: 2 Jahre ohne Kilometerbeschränkung, 3 Jahre Lackgarantie, 12 Jahre gegen Durchrostung
Service: alle 30.000 km oder alle 2 Jahre

Technische Daten:
Motor: R6, 24V, Turbolader, 2981 cm³, 283 kW/385 PS bei 6500 U/min, max. Drehmoment 450 Nm bei 1950-5000 U/min
Getriebe: Achtgangautomatik
Antrieb: Heckantrieb
Höchstgeschwindigkeit: 293 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h: 4,2 s
Leistungsgewicht: 4,04 kg/PS
MVEG-Verbrauch: 10,6 Liter
VOLKSBLATT-Testverbrauch: 12,4 Liter
CO2-Ausstoß: 206 g/km
NOx: 0,0175 g/km; Euro 6

Eckdaten:
L/B/H: 4519/1852/1298 mm
Radstand: 2450 mm
Eigen-/zul. Gesamtgewicht: 1556/1960 kg
Kofferraum: 132-264 Liter
Tank: 90 Liter (Benzin)
Reifen: vorne 2 x 245/35 ZR20 95Y auf 20“-Alus, hinten 2 x 305/30 ZR21 104Y auf 21“-Alus

Sicherheit:
Regelsysteme: ABS/EBV/ESP/ASR/BA/BSD/RSR/LDW/ACC
Airbags: 4

Die wissen halt vielleicht nicht, dass grad der adaptive Tempomat eingestellt ist und das lässige Cruisen im leder- und chromgetränkten Cockpit schlichtweg fein ist.

Aber egal: Zur Not kann der Stuttgarter Viersitzer auch anders: Kickdown, Gedenksekunde – und der Porsche prescht unbändig nach vorne – da ist es egal, ob der Normal-, Sport- oder Sport-Plus-Modus aktiviert ist. Schluss ist hierbei übrigens erst bei 293 km/h.

Sechs Zylinder

Der „Bestrafer“ – vielleicht im Dacia Duster hinterm Steuer – will jeden Fehler zur Anzeige bringen. Blöd nur, dass der Porsche ein grundgütiges Auto sein kann. Da tut sich auch der „Belehrer“ in seinem Opel Astra schwer, denn seine Lichthupe ist im kleinen Rückfenster kaum zu sehen – und wir sind mittlerweile mit dem 10,25 Zoll großen Touchdisplay sowie den fünf digitalen Cockpitanzeigen beschäftigt, die der Porsche bereithält.

Nächstes Mal rufen wir die bessere Hälfte mittels Sprachsteuerung an – versprochen! Der „Besserwisser“ – möglicherweise hinterm Lenkrad seines Toyota Camry oder Citroën Berlingo – rollt dann doch etwas die Augen. Was war der Fehler? Wir wissen es nicht, weil er es uns nicht kundtut. Vielleicht ist das tiefe Röhren des Sechszylinders in dessen Ohren doch etwas zu laut.

Der „Vermeider“ im Skoda Scala lässt dem Porsche hingegen die Vorfahrt, was wir auch dankend annehmen. Denn der sportlich hart gefederte Viersitzer fährt sich einfach bravourös und erfreut mit präziser Lenkung, pfeilschneller Achtgangautomatik, fein dosierbaren (und zur Not hart zupackenden) Bremsen sowie einer exzellenten Verarbeitung im Innenraum. Da packt einen schlichtweg die Fahrfreude.

Der „Aussteiger“ zeigt weder an seinem Mazda2 noch am Porsche 911 großes Interesse. Vielleicht denkt er sich, dass sein Kleinwagen hinten mehr Platz und Kopffreiheit bietet als der 911er – ansonsten dürfte da das Smartphone wichtiger sein.

Und der „Philosoph“? Nun – dem ist der markant geformte, 4,519 Meter lange Sechszylinder mit seinen LED-Lichtern herzlich egal. Der lacht vielleicht höchstens, weil beim Porsche 911 der Ein- und Ausstieg selbst für Sportler eine Tortur ist – und springt behände aus dem leicht ramponierten bunten Seat Leon.

138.162 Euro

Vergessen dürfen wir bei der Vielfalt der Typen nicht auf die „Daumen-hoch-Strecker“. Meistens junge Männer, meistens selber in PS-starken Boliden – beispielsweise dem Renault Megane R.S. – unterwegs, sehr sympathisch, die wissen, dass der gerade einmal 1,298 Meter hohe 911er kein alltäglicher Anblick ist. Und dann gibt´s auch noch die interessierten Frager am Parkplatz.

„Was kostet der?“ „Inklusive Extras gut 138.000 Euro“. „Wie schnell beschleunigt der auf hundert?“ „In 4,2 Sekunden.“ „Wie hoch ist der Verbrauch?“ „Gut zwölf Liter bei normaler Fahrweise.“ „Gibt´s den auch in Schwarz?“ „Ja.“ „Wo hat der den Kofferraum?“ „Vorne – und ja, eine Bierkiste geht sich aus.“ „Darf ich mal fahren?“ „Nein.“ „Okay, schade, macht es Spaß?“ „Ja, natürlich!“

Fazit

Egal, welcher Typ Autofahrer man ist, der Porsche 911 – wohl die Ikone unter den Sportwagen schlechthin – ist vermutlich jedermanns Typ. Vorausgesetzt, man bringt das notwendige Kleingeld mit. Und egal, ob im Peugeot 508, auf der KTM 890 Adventure R, in der Mercedes E-Klasse, mit dem Mini Cooper, auf dem Fahrrad, im Fiat Doblo, zu Fuß, mit dem Hyundai Kona, etc. oder eben im Porsche 911 unterwegs: Rücksichtsvoll miteinander geht´s um einiges einfacher und besser als Gegeneinander; sagt auch ÖAMTC-Verkehrspsychologin Marion Seidenberger.

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