Posthof stemmt sich gegen Virus und gibt inhaltlich Vollgas

Hygienemaßnahmen und ein prall gefüllter Kalender: Von Oehl bis „Jetlag“

Das „Ahoi! Pop“ startet am 6. Oktober mit Oehl.
Das „Ahoi! Pop“ startet am 6. Oktober mit Oehl. © Alexander Gotter

Der Linzer Posthof gibt wegen der Pandemie nicht klein bei, sondern stemmt sich mit einem großen Hygienekonzept sowie prall gefülltem und vielfältigem Programm gegen die Herrschaft des Virus. Personen außerhalb einer Besuchergruppe werden gebeten den Mindestabstand einzuhalten, die aufgestellten Desinfektionsmittelspender sollen genützt werden, der mitgebrachte Mund-Nasen-Schutz ist im Haus zu tragen, eine Einteilung in Sektoren soll für Abstand beim Betreten und Verlassen des Saals sorgen, vier bis sechs Mitarbeiter pro Veranstaltung mehr stehen helfend zur Seite, eigene Regeln für die Gastro, Kontaktdaten für das Contact-Tracing werden gesammelt usw. Die Liste an Maßnahmen ist auf www.posthof.at zu finden, wird je nach Ampelfarbe adaptiert und soll den Kulturgenuss möglich machen. Getestet wurden die Maßnahmen schon und das Feedback war positiv, nur zwei Bands wollten kein Sitzkonzert. Denn freilich sind auch die Zuschauerzahlen stark minimiert, alleine im großen Saal finden nur 360 Besucher, statt 1200 Platz, im Mittleren werden es 170 sein. Stehplätze sind ganz gestrichen.

Österreich-Fokus

Inhaltlich allerdings wird Vollgas gegeben. Von 6. Oktober bis 11. Dezember steigt die zehnte Ausgabe des „Ahoi! Pop Musikfestivals“ — mit Kurs auf heimische Gefilde. Gleich zum Auftakt gastieren mit den Senkrechtstartern Oehl und mit Mynth zwei Duos an der Schnittstelle zwischen Pop und Dance in der Stahlstadt (6. 10.). Erwähnt seien auch Ankathie Koi mit ihrer unverwechselbaren Stimme sowie Yukno, das Brüderpaar aus der Steiermark mit ihrem Gegenentwurf zur Pop-Routine (5. 11.), Anger und der Mühlviertler Rapper Skinny B (6. 11.) sowie die Wiener Songwriterin Lisa Pac (7. 11.).

Musikalische Highlights werden auch außerhalb des Festivals gesetzt, etwa mit Schauspielerin Ursula Strauss und Ernst Molden (12. 9.), die einen Abend voll augenzwinkernder Düsterkeit versprechen. Am 26. September gibt’s Wiener Soul mit 5/8erl in Ehr’n, eine Melange hochkarätiger Musiker. Kurt Hinterhölzl & Freunde gestalten einen Abend (1. 10.) im Geiste Jack Grunskys, der per Leinwand zugeschaltet wird. Folkshilfe macht auf seiner Akustik-Tour Station im Posthof (21. 11.).

Literarische Reisen

Beim zweiten „Lese/Zeichen — LiteraturSalon spezial“ treten von 9. September bis 21. Oktober fünf Autoren Reisen in fantastische Regionen an. Christian Schacherreiter versetzt sich „Im Heizhaus der sozialen Wärme“ zurück in die eigene Vergangenheit (9. 9.). Michael Stavaric liest aus „Fremdes Licht“ (23. 9.). Die Salzburgerin Birgit Birnbacher, ausgezeichnet mit dem Bachmann-Preis 2019, geht mit ihrem Protagonisten auf die unbequeme Reise aus dem Gefängnis zurück in die Gesellschaft: „Ich an meiner Seite“ (28. 9.). Valerie Fritsch liefert in „Herzklappen von Johnson & Johnson“ Einblicke in das Leben von Eltern und deren Kind, das keinen Schmerz empfinden kann (19. 10.). Clemens J. Setz überrascht mit der Erstpräsentation seines Werkes „Die Bienen und das Unsichtbare“ (21. 10.) — es geht um Plansprachen wie Klingonisch.

Akrobatische Kunst

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Mehr Platz finden soll künftig im Posthof das Thema „Cirque Nouveau“ — heuer gibt’s gleich zwei Österreich-Premieren: Am 23. und 24. Oktober dreht sich alles ums Fliegen. In „Jetlag“ zeigt die belgische Compagnie Chaliwaté halsbrecherischen Slapstick. Am 9. Dezember sollen die Bewegungskünstler von „Gravity & Other Myths“ aus Australien — so sie die Pandemie nicht aufhält — in „Out of Chaos“ die Gesetze der Schwerkraft hinterfragen.

Das 37. Linzer Kleinkunstfestival reizt von 27. Oktober bis 27. November u. a. mit Gardi Hutter (CH), die sich in „Gaia Gaudi“ dem untypischen Clown-Thema „Tod“ widmet (13. 11.), die Lachmuskeln. Rainald Grebe (D) feiert mit „Das Münchhausenkonzert“ Österreich-Premiere (26. 11.). ast

PS: Posthof-Abos sind wieder verfügbar und im November können mit der AK-Karte alle Posthof-Events um 10 Euro besucht werden.

Infos: www.posthof.at

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