„Prävention, Prävention, Prävention“

Cyberkriminelle machen auch in wirtschaftlich ruhigen Zeiten keine Pause – daher ist Bewusstseinsbildung wichtig, sagt IT-Experte Jürgen Weiss

Der gebürtige Linzer Jürgen Weiss (41) gilt als einer der innovativsten Cybersicherheitsexperten im deutschsprachigen Raum.
Der gebürtige Linzer Jürgen Weiss (41) gilt als einer der innovativsten Cybersicherheitsexperten im deutschsprachigen Raum. © Stefan Zauner

Cyberkriminelle nutzen verstärkt ganz gezielt neue Schwachstellen aus und gehen immer radikaler vor, sagt der Linzer IT-Experte Jürgen Weiss gegenüber dem VOLKSBLATT. Vorsorge, also Cyber-Prävention für Unternehmen, sei daher ein Gebot der Stunde und sollte vor einer realen Bedrohungssituation implementiert werden.

„Gerade jetzt müssen wir wieder mit gezielten Angriffen rechnen und es gilt eher gestern als heute, die richtigen Kontrollmechanismen zu implementieren. Nur so können wir komplexe Bedrohungen frühzeitig erkennen“, sagt Weiss von der Leondinger IT-Security-Firma Ares.

Als Unternehmen sei es unumgänglich, auf solche Situationen vorbereitet zu sein. „Grundsätzlich es gar nicht soweit kommen zu lassen heißt konkret, mehr in Prävention zu investieren und seine wertvollen Assets zu schützen. Im Krisenfall bedeutet das, auf bereits etablierte Expertise zugreifen zu können und nicht zu versuchen, in Eigenregie es doch irgendwie zu beheben“, so Weiss. Im definierten Notfallhandbuch müsse auch die Krisenkommunikation klar geregelt sein, um hier die richtige Information zur richtigen Zeit zu kommunizieren.

Vorreiter Israel und USA

Israel und die USA seien in der Forschung und Entwicklung innovativer Technologien Europa um einiges voraus, „auch wegen der hohen Budgets aus dem staatsnahen Umfeld. Wir müssen hier definitiv auf lokale Expertise aufbauen, mehr Budgets verfügbar machen und in eine frühe Ausbildung von digitalen Kompetenzen investieren“, so Weiss. Wichtig sei auch, sich der Wertigkeit der Daten bewusst zu sein, denn für einen Cyberangriff reiche „im schlimmsten Fall ein falscher Klick“.

Von Oliver Koch

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