Prävention von Übergewicht

Fast 90 Prozent der Kinder, die mit drei Jahren übergewichtig waren, waren es auch noch als Jugendliche. Denn Eltern haben einen maßgeblichen Einfluss darauf, was, wie und wie viel ihre Sprösslinge essen. Viktoria Grimms, Diätologin am LKH Rohrbach, gibt Tipps, zur idealen Ernährung des Nachwuchses.

Diätologin Viktoria Grimms – © Privat

Die Prävention von Übergewicht bei Kindern beginnt schon vor der Geburt. Denn die Ernährung der Mutter in der Schwangerschaft prägt sowohl den Geschmack als auch den Stoffwechsel des Kindes. Deshalb sollten schwangere Frauen auf eine ausgewogene Ernährung achten.

„Als Eltern will man nur das Beste für sein Kind. Es ist oft schwierig, sich einzugestehen, dass das eigene Kind übergewichtig ist“, weiß Diätologin Grimms: „Deshalb sollte das ganze Umfeld des Kindes in Bezug auf Übergewicht sensibilisiert werden, sowohl das medizinische als auch das pädagogische Personal. Ob ein Kind übergewichtig ist, lässt sich mit der BMI-Perzentile bestimmen. Am besten informiert man sich bei den behandelnden Kinderärzten.

Analyse der Ernährung

Ist ein Kind übergewichtig, sollte zu allererst die Ernährung analysiert werden. Dafür ist ein Ernährungstagebuch über mehrere Tage notwendig. „Der nächste Schritt ist, dass man die größten Ernährungssünden feststellt. Isst das Kind zu süß, zu fett, zu viel, zu salzig, zu oft …“, erläutert Grimms.

Entsprechend der Antworten richten sich die Tipps und Verbesserungsvorschläge der Diätologen. „Ziel ist es, den Kindern einen gesunden Lebensstil zu vermitteln, der auch Freude bereitet. Dabei haben Eltern einen maßgeblichen Einfluss auf die Ernährung ihrer Kinder“, betont sie.

Hilfreiche Tipps

  • Regelmäßige und gemeinsame Mahl- zeiten in ruhiger Atmosphäre ohne Ablenkungen einnehmen
  • Kindgerechte Portionen auf passendem Geschirr anrichten
  • Gemüse bei jeder Mahlzeit anbieten
  • Gemüse im Lieblingsgericht verstecken (z. B. geriebene Karotten/Zucchini im faschierten Laibchen, Gemüse im Kuchen)
  • Klare Regeln für Süßigkeitskonsum
  • Süßigkeiten und Essen nicht als Belohnung sehen
  • Obst und Joghurt statt Süßigkeiten als Zwischenmahlzeiten einbauen
  • Vollkornprodukte einsetzen, damit sich die Kinder an den Geschmack gewöhnen
  • Gemeinsame Zubereitung der Speisen fördert die Akzeptanz
  • Fettige oder zuckerreiche Zubereitungsarten vermeiden
  • Getränke und Milchprodukte sollten ungezuckert sein
  • Eltern und Großeltern sind mit ihrem Lebensstil Vorbilder
  • Tägliche Bewegung an der frischen Luft darf nicht fehlen

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