Preghiera: Rachmaninov Klavier Trios (DG)

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Mit einem außergewöhnlichen Kammermusikprogramm feierte 2017 Gidon Kremer seinen 70. Geburtstag. Preghiera (= Gebet) lautet der Titel seiner jüngsten CD, und man verfällt tatsächlich in andächtige Stimmung beim Anhören. Vor 20 Jahren gründete der prominente Geiger seine Kremerata Baltica und aus diesem Ensemble holte er sich auch für sein Album die junge Cellistin Giedrè Dirvanauskaiteè und dazu den herausragenden Pianisten Daniil Trifonov als Dialogpartner. Trotz des großen Generationsunterschiedes verbindet das Trio eine innige Freundschaft, vor allem aber das gleiche Sendungsbewusstsein eines Künstlers, der sich berufen fühlt, die verborgene Wahrheit in der Musik und nicht den brillanten Effekt im Spiel auszudrücken. Das russische Programm, auf Rachmaninov ausgerichtet, könnte mit dieser Einstellung nicht ergreifender interpretiert werden. Die Klaviertrios élégiaque Nr. 1 in g-moll und Nr. 2 in d-moll sind in Größe und Tiefe der Emotionen einzigartig. Rachmaninov war ein glühender Bewunderer Tschaikowskys, dessen Tod ihn zum d-moll Trio als einziger Felsblock klagender Töne animierte, während das einsätzige erste Trio samt üppigem Klavierpart noch den ungestümen Klangzauberer verrät. Als Auftakt erweist sich ein Arrangement Fritz Kreislers nach dem Adagio aus Rachmaninovs Klavierkonzert Nr. 2 als passender Ohrenöffner.                                                                                  G. Sz.