Probleme mit der Nase

Eine freie Nasenatmung ist für das körperliche Wohlbefinden unerlässlich, da die einströmende Atemluft von den Nasenschleimhäuten gereinigt, befeuchtet und erwärmt wird. Eine funktionierende Einheit von Nase und Nasennebenhöhlen ist dazu nötig. Bis zu zehn Prozent der Bevölkerung entwickelter Länder leidet aber unter einer chronischen Entzündung, sodass diese einen großen Einfluss auf die Gesundheit hat. Vergleichsweise selten treten dagegen Tumore der Nebenhöhlen und Schädelbasis auf.

KUK-Oberarzt Johannes Hochstöger mit einem Patienten. © KUK

Beim Kleinkind sind es meist die sogenannten „Polypen“ – eine vergrößerte Rachenmandel. Behandelt werden sollte sie bei Dauerschnupfen, Atemproblemen, wiederkehrenden Mittelohrentzündungen, Sprachentwicklungsverzögerung, Schwerhörigkeit oder Schnarchen.

Ähnlich wie bei wiederkehrenden Entzündungen der Gaumenmandeln ist die Operation eine Möglichkeit. Sie ist eine der häufigsten Operationen im Kindesalter und wird, wenn medizinisch nichts dagegenspricht, auch tagesklinisch durchgeführt. Beim Erwachsenen stehen andere Ursachen für eine erschwerte Nasenatmung im Vordergrund: die Verkrümmung der Nasenscheidewand und die chronische Nasennebenhöhlenentzündung.

Eine verkrümmte Nasenscheidewand kann eine ein- oder beidseitige Behinderung der Nasenatmung verursachen. In der Behandlung steht die operative Korrektur im Vordergrund.

Nasenpolypen im medizinischen Sinne sind entzündlich bedingte Veränderungen der Nasen- und Nasennebenhöhlenschleimhaut, die bei vielen Patienten chronische Entzündungen verursachen. Dabei kommt es zu Aussackungen, mikroskopischen Veränderungen und Verdickungen der Schleimhaut, welche die Luftwege blockieren und die Entzündung unterhalten. Mittlerweile gibt es eine Vielzahl an Unterformen.

Entzündungen der Nasennebenhöhlen

Wenn zu einem normalen Schnupfen ein erhebliches Druckgefühl über den Nebenhöhlen, eine stärkere Beeinträchtigung des Allgemeinbefindens, eitriges und bevorzugt rückwärts über den Nasenrachen abrinnendes Sekret, Fieber und Kopfschmerzen hinzukommen, besteht der Verdacht auf eine Nasennebenhöhlenentzündung. Auch diese heilt in der Mehrzahl der Fälle mit Hausmitteln und einfachen medikamentösen Maßnahmen problemlos, kann jedoch auch zu bedrohlichen Folgeerkrankungen mit der Notwendigkeit intensiver, auch operativer, Therapie führen.

An der Klinik für Hals,- Nasen- und Ohrenheilkunde am Linzer Kepler Uniklinikum (KUK) wurde ein Nasennebenhöhlenkonzept mit aktuellsten medizinischen Therapiestandards erstellt. Dort werden bewährte Konzepte, wie eine medikamentöse Behandlung, mit neuesten operativen Techniken und neuen medikamentösen Ansätzen kombiniert. Regelmäßig wird der Einsatz von Substanzen und Techniken mit internationalen Empfehlungen abgeglichen.

Um die Kompetenz zu bündeln, wurde 2021 die Nasennebenhöhlen-Spezialambulanz („NNH-Sprechstunde“) gegründet. Darüber hinaus wurde das vorhandene Instrumentarium im OP modernisiert und erweitert sowie ein neues Navigationsgerät erworben, mit dem es noch einfacher möglich ist, während der Operation computergestützt, die richtige Orientierung zu überprüfen.

Zur Ausbildung junger Kollegen kann nun unter anderem auch ein 3-D-Modell zur Orientierung im Raum verwendet werden. Im Rahmen des Ausbildungskonzepts werden strukturiert Fortbildungen im In- und Ausland besucht.

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