Mit Nützlingen gegen Schädlinge vorgehen

Ermöglicht Verzicht auf Insektizide – In OÖ wird Modell verwirklicht

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Künftig auf Insektizide verzichten zu können, das soll das oö. Pilotprojekt „Blumenkorn“ ermöglichen. Vor zwei Jahren hat die Initiative gestartet, nun soll sie ausgeweitet werden.

Der Clou: Schädlinge sollen bei dieser Art des Anbaus durch Nützlinge – nützliche Insekten – verdrängt werden. Für die Nützlinge werden eigene Blühstreifen in den Feldern angelegt. „Jede Ackerbaukultur hat ihre Schädlinge und die auf sie ‚spezialisierten‘ Nützlinge. Um sie nutzen zu können, müssen sie gefördert und im Bestand gehalten werden“, erklärte Landwirtschaftskammer-Präsidentin Michaela langer-Weninger. Die Idee ist einleuchtend: So frisst etwa der „Nützling“Marienkäfer während seiner Entwicklung mehr als 600 Blattläuse.

Regionale Kooperation

Vor zwei Jahren legten in St. Florian Landwirt Nikolaus Stiebitzhofer, die Forstner Mühle, die Bäckerei Reichl und Unimarkt den Grundstein für das Projekt „HomeBread“, aus dem dann die „ARGE Blumenkorn“und die namensgleiche Produktmarke „Blumenkorn“ entstanden.

„Dieses Projekt zeigt, wie die Optimierung der regionalen Wertschöpfungskette aussehen kann und die Wirtschaftsleistung des Produktionsstandortes Oberösterreich gestärkt wird“, betonte Wirtschaftslandesrat Markus Achleitner.

Zurzeit wird an der Erweiterung des Sortiments um Dinkeltoast, Dinkelbrot und Vinschgerl gearbeitet. Das Land OÖ fördert das Projekt mit 70.000 Euro, das entspricht 40 Prozent der Gesamtkosten.

Beim Verkaufspreis gebe es praktisch keinen Unterschied zu gleichartigen Produkten, so Unimarkt-Chef Andreas Haider, der die Lebensmittel in allen seinen Shops gelistet hat. Möglich macht diesen Preis, dass in der Wertschöpfungskette jeder seinen Teil beiträgt.

Diskussion um angemessen Preis

Die Diskussion um den Preis ist weiterhin eine emotionale. Themen wie Nachhaltigkeit und Transparenz seien wichtige Themen in der öffentlichen Wahrnehmung, bestätigte LR Max Hiegelsberger. Allerdings spreche der Markt eine andere Sprache, kritisiert der Agrar-Landesrat. Zu selten würden ansprechende Preise bezahlt. Ehrliche Preise für ehrliche Arbeit und ehrliche Produkte – hier ortet Achleitner gerade durch die Corona-Krise eine entsprechende Bewusstseinsbildung. Und damit gute Chancen, aus der verstärkten Wertschätzung für regionale Produkte auch mehr Wertschöpfung zu generieren, hofft er auf eine positive Entwicklung.

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