Protest vor Douglas-Filiale wegen entlassener Mitarbeiterin

Vor einer Douglas-Filiale in der Wiener Kärntnerstraße hat am Freitag zu Mittag eine Protestkundgebung stattgefunden, an der laut Gewerkschaftsangaben über 250 Menschen teilgenommen haben. Grund ist die Entlassung einer Douglas-Mitarbeiterin, die einen Betriebsrat gründen wollte.

Seitens der Drogeriekette wurde ein Zusammenhang zwischen der Entlassung und der beabsichtigen Betriebsratsgründung stets in Abrede gestellt. Aus Sicht des Unternehmens habe es „schwerwiegende Verfehlungen“ gegeben.

Die Vorsitzende der Gewerkschaft GPA-djp, Barbara Teiber, kritisierte einmal mehr das „letztklassige Verhalten“ der Geschäftsführung von Douglas, das von Obrigkeitsdenken geprägt sei. „Wir werden weiterhin alles Mögliche tun, damit es bei Douglas zu einer Betriebsratsgründung kommt, weil wir überzeugt sind, dass die Beschäftigten in diesem Unternehmen dringend einen Betriebsrat brauchen“, sagte Teiber.

Laut früheren Angaben von Douglas hat das Unternehmen nichts gegen einen Betriebsrat. „Allen Mitarbeitern steht es natürlich auch frei, sich in Betriebsräten zu organisieren, wenn vor Ort die dafür notwendigen Voraussetzungen erfüllt sind. Entsprechend stehen wir einem Wunsch nach einem Betriebsrat auch in unseren Filialen in Österreich offen gegenüber“, hatte es seitens Douglas geheißen. In Deutschland gibt es seit 2017 einen Gesamtbetriebsrat.

Der Fall beschäftigt jedenfalls seit längerer Zeit die Gerichte. Im vergangenen Sommer hatte Sabrina E. gemeinsam mit zwei anderen Kolleginnen, die einen Betriebsratswahl bei Douglas Österreich initiieren wollten, ihre Kündigungen mit Hilfe der GPA-djp bei Gericht angefochten. Das Arbeits- und Sozialgericht Wien erklärte die Kündigung Anfang Juni für rechtsunwirksam. Sabrina E. hatte nach dem Gerichtsurteil angekündigt, sich nun weiterhin für die Gründung eines Betriebsrates im Unternehmen einzusetzen.

Vergangene Woche erfolgte die fristlose Entlassung durch die Geschäftsführung von Douglas, was mit geschäftsschädigendem Verhalten begründet wurde. „Die Entlassung erfolgte wegen rufschädigenden Verhaltens in der Öffentlichkeit“, sagte eine Douglas-Sprecherin vorige Woche zur APA. Die Mitarbeiterin verbreitete auf Social-Media-Kanälen ein Video zu dem Fall. Die GPA-djp hat die Entlassung bereits vor Gericht angefochten.

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