Prozess um erzwungene Abtreibung endete mit Schuldspruch

22-Jähriger fasste wegen Todesdrohungen sieben Monate bedingte Haft aus – Opfer entschlug sich der Aussage

WELS — Ein 22-Jähriger ist am Mittwoch in Wels nicht rechtskräftig zu sieben Monaten bedingter Haft verurteilt worden, weil er seiner Freundin mit dem Tod gedroht haben soll. Die Behauptung, dass er sie zu einer Abtreibung genötigt habe, wiederholte die Frau im Prozess nicht: Sie sei mit dem Angeklagten mittlerweile verlobt und entschlage sich deshalb der Aussage, ließ sie das Gericht wissen.

Der Mann soll seiner 24-jährigen Freundin im April über WhatsApp Todesdrohungen geschickt haben, die dem Gericht auch vorlagen. Er gab zu, diese Nachrichten geschrieben zu haben und entschuldigte sich dafür. Er sei betrunken und „psychisch angeknackst“ gewesen, weil seine Partnerin, mit der er seit zwei Jahren zusammen sei zu ihrer Cousine gefahren sei. Ob sie ihn damals vorübergehend verlassen hat, blieb unklar.

Mann bestritt Vorwurf

Im Vorfeld des Prozesses hatte die junge Frau ihn darüber hinaus beschuldigt, sie im Jänner zu einer Abtreibung gezwungen zu haben. Laut Anklage habe er gesagt, er werde ihr in den Bauch stechen, wenn sie die Schwangerschaft nicht beende. Vor Gericht bestritt er das und gestand lediglich, dass er das Kind nicht wollte – weil er damals keinen Job gehabt habe.

Seine Freundin hatte als Grund bei der Polizei hingegen genannt, dass seine türkischstämmige Familie sie als Bosnierin nicht akzeptieren würde. Fix ist jedenfalls, dass die Frau einen medikamentösen Abbruch durchführen ließ.

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