Prüfung ausgezeichnet bestanden

Daniela Dett und Ensemble quart@art als „quarDETTart“ in der BlackBox

Begeisterte dieses Mal mit Jazzigem: Daniela Dett.
Begeisterte dieses Mal mit Jazzigem: Daniela Dett. © Otto Reiter photto.at

Diplomprüfung, Premiere, Uraufführung. So geschehen am Mittwoch in der BlackBox des Linzer Musiktheaters mit quarDETTart. Ganz aufgeregt kündigt Daniela Dett, zurzeit gefeierte Edith Piaf des gleichnamigen Musicals, das Abschlussprojekt ihres Jazzgesangstudiums an der Bruckneruni an.

Die Prüfungskommission sitzt im Publikum. Premiere feiert das Programm insgesamt. Uraufgeführt wird das Prüfungswerk „Bin in Paris geboren“.


Bassist Bernhard Binder und Nikolaus Wagner am Klavier entrieren. Vertraut Swingendes mit charmanten Dissonanzen, Eberhard Reiter am Sax und Gerhard Fluch mit Trompete erscheinen, machen Tempo und stellen klar, dass großkalibrige Musiker die Diplomandin begleiten zu Balladen von Francois Villon, die H.C. Artmann ins Wienerische übersetzte. Georg Breinschmid vertonte.

Das Wesen des Philosophen und Galgenvogels Villon erfasst die Sängerin mit ihrer Stimme, lieblich-schauriger Dreivierteltakt zum unsterblichen Sager des Gehenkten „… ich spür am Hals, wie schwer mein Hintern wiegt“. Musikalische Zitate fangen Artmanns Strizzi-Jargon auf, lassen Platz für kurze Impros.

Die Instrumente spielen kommentierend alle Stückeln, gleiten von wienerischer Gemütlichkeit in deren eigene Virtuosität, gefolgt von einer Stimme, die in ätherisch-zarten Höhen so zu Hause ist wie in breiten Tiefen. Sanft und kammermusikalisch beginnt ein Instrumentalstück, barocke Klänge vergaukeln sich im Jazz, besinnen sich wieder auf ihre historische Pracht.

Ordnungen wie E und U obsolet. Gefühlvoll interpretiert die Jazz-Suite von Schostakowitsch. Ins Französische wechselt Dett zu sphärischen Klängen von Claude Debussy. Bei der Zugabe lässt sie ihrer Stimme freien Lauf. Hinweis an die Prüfungskommission: In jeder Hinsicht ein ausgezeichneter Erfolg! Das Publikum jubelte.

Wie ist Ihre Meinung?